Parolen
Handelskammer lehnt Altersvorsorge 2020 ab

Der Vorstand der Solothurner Handelskammer lehnt die Vorlage zur Reform der Altersvorsorge mit 18 zu 4 Stimmen bei 1 Enthaltung klar ab. Abgelehnt wird auch der Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für Ernährungssicherheit».

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Die finanzielle Schieflage der Schweizer Altersvorsorge wird durch die Altersreform noch zusätzlich verschärft, findet der Vorstand der Handelskammer.

Die finanzielle Schieflage der Schweizer Altersvorsorge wird durch die Altersreform noch zusätzlich verschärft, findet der Vorstand der Handelskammer.

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die vorliegende Reform zur Altersvorsorge beinhaltet «einige gute Aspekte», wie der Vorstand der Solothurner Handelskammer in einer Medienmitteilung schreibt. Dazu würden insbesondere die Erhöhung des Frauenrentenalters auf 65 Jahre und die Senkung des Mindestumwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent, welche der steigenden Lebenserwartung zumindest teilweise Rechnung tragen, gehören. Auch die Flexibilisierung des Rentenalters trage den Bedürfnissen in der heutigen Arbeitswelt Rechnung.

«Statt jedoch das System zu stabilisieren und die künftigen Renten zu sichern, hat das Parlament die Vorlage überladen, so dass die finanzielle Schieflage der Schweizer Altersvorsorge sogar noch zusätzlich verschärft wird», schreibt die Handelskammer.

Mit der Vermischung der beiden Säulen und der Erhöhung der AHV-Renten um 70 Franken würden die notwendigen Anpassungen und daraus resultierenden Einsparungen gleich wieder zunichtegemacht.

Indem der vorliegende Reformvorschlag abgelehnt wird, soll der Weg für eine Lösung geebnet werden, welche das Schweizer Vorsorgesystem «nachhaltig sichert, ohne die finanzielle Schieflage zu verschärfen und die Umverteilung von Jungen und Ungeborenen zu Rentnern zu verstärken».

Nein zum Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für Ernährungssicherheit»

Ebenfalls deutlich zur Ablehnung empfiehlt der Vorstand der Solothurner Handelskammer den Gegenentwurf des Bundesrates zur Volksinitiative «Für Ernährungssicherheit». Der aktuelle Verfassungsartikel reicht als Basis für eine auf die Zukunft ausgerichtete Agrarpolitik aus. Es besteht kein Handlungsbedarf. (mgt)