Hoher Besuch für die solothurnische Offiziersgesellschaft. Am Donnerstagabend durfte Präsident Philippe Arnet Bundesrat Guy Parmelin begrüssen. Anlässlich des «Tages Gesellschaft und Armee» trafen sich Vertreter der Armee, Politik und Wirtschaft, «um den Dialog zu pflegen, Kontakte zu knüpfen und Gedanken auszutauschen», so Arnet.

Es gehe aber nicht nur um militärspezifische Themen, sondern um allgemeine und aktuelle Sicherheitsthemen. Durchgeführt wurde der Anlass von der Solothurner Offiziersgesellschaft, die vorgängig ihre 183. Delegiertenversammlung abgehalten hatte.

Komplexe Sicherheitslage

Die Grussbotschaft vonseiten der Solothurner Regierung überbrachte Regierungsrat Remo Ankli, der sich neulich auf Chinareise befand. Am Vergleich mit der «Halle des Volkes» in Peking, die vor Rund 60 Jahren erbaut worden sei und bereits damals Konferenzräume für (potenzielle) Regionalabgesandte aus Hongkong oder Taiwan vorzuweisen hatte, zeigte er auf, dass punkto strategischer Voraussicht in der Schweiz noch Luft nach oben bestünde. In etwas ernsterem Ton lobte er dann die Arbeit der Solothurner Offiziersgesellschaft und den sorgfältigen Umgang miteinander.

Im Anschluss referierte Guy Parmelin. Die Sicherheitslage sei komplexer geworden, so der Verteidigungsminister. Terrorgefahr, Cyber-Risiken und Naturkatastrophen, um nur einige Beispiele zu nennen. Um diesen Gefahren, die sich nicht an Landesgrenzen halten würden, entgegenzuwirken, brauche es internationale Kooperation und den Dialog.

Doch dies fange im Innern an: «Nur wer sein eigenes Haus in Ordnung hat, kann auch nach aussen richtig auftreten und sinnvolle Beiträge liefern.» Das heisse auf der einen Seite, die sicherheitspolitischen Instrumente à jour zu halten, Stichwort neue Kampfjets. Auf der anderen Seite, die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren zu verbessern. Zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden, aber auch zwischen Polizei, Nachrichtendienst und Armee. «Ich halte das für zentral. Wir brauchen diesen Dialog. Das gilt umso mehr für ein dezentral organisiertes, föderales Land wie die Schweiz.»

Viel Applaus für den Bundesrat, aber auch kritische Fragen. Ob die Armee ihren Leistungsauftrag überhaupt wahrnehmen könne, wenn Entscheide via direkte Demokratie jederzeit zunichtegemacht werden können. Tatsächlich sei dies manchmal ein Problem, erwiderte Parmelin. Aber ob eine Alternative wie in Russland besser sei? «Die direkte Demokratie kontrolliert uns. Damit leben wir. Leben und lächeln.»

Neuer Präsident

Daneben ging es auch noch um statutarische Geschäfte. Nach vier Jahren als Präsident übergab Arnet sein Amt. Neuer Präsident der Solothurner Offiziersgesellschaft wurde der Derendinger Michael Käsermann, bisheriger Vize. Anschliessend liess man den Abend bei einem Apéro ausklingen.