Grundausbildung
Gute Noten für den Kanton: 83 Prozent schlossen ihre Attestlehre ab

Zum ersten Mal hat der Bund gesamtschweizerische Zahlen zur zweijährigen beruflichen Grundbildung mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) vorgelegt. Das Ergebnis ist gesamtschweizerisch positiv – für den Kanton Solothurn sogar sehr erfolgreich.

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Einer der EBA-Lehren: Automobil-Assistent.

Einer der EBA-Lehren: Automobil-Assistent.

Keystone

Attestausbildungen gibt es in der Schweiz seit 11 Jahren. Die aktuelle Studie des Bundes erfasste alle Lernende, die im Sommer 2012 eine zweijährige Grundbildung begonnen haben. Schweizweit waren es 5409 Jugendliche, im Kanton Solothurn 242. Untersucht wurden Bildungserfolg, Lehrvertragsauflösungen sowie die Wiedereinstiegsquote.

Fast drei Viertel (74,1%) schlossen ihre Ausbildung bis Ende 2014 erfolgreich ab, wie es in einer Mitteilung der Staatskanzlei heisst. Im Kanton Solothurn seien es 83,1 Prozent, also deutlich über dem Durchschnitt.

«Dieses erfreuliche Resultat zeigt, dass die Vorbereitung, Selektion und Begleitung der Lernenden in den Lehrbetrieben sowie die starke verbundpartnerschaftliche Vernetzung und Zusammenarbeit der Bildungspartner im Kanton Solothurn erfreulich gut funktionieren», heisst es im Communiqué.

Nebst den gut 74 Prozent Jugendlichen, die erfolgreich abgeschlossen haben, befinden sich zweieinhalb Jahre nach dem Ersteintritt noch schweizweit 8,3 Prozent in der Ausbildung. Diese hohe Erfolgsquote ist laut Kanton umso beachtlicher, «als dass viele Jugendliche oft mit schwierigen Voraussetzungen oder Rahmenbedingungen ihre Ausbildung starten».

Daher stellt die Sicherstellung des Ausbildungserfolges in den Attestausbildungen für alle Beteiligten (Berufsbildner/-innen, Instruktoren/-Instruktorinnen der überbetrieblichen Kurse, Berufsschullehrpersonen) hohe Ansprüche.

Lehrvertragsauflösung (LVA) ist nicht ein Lehrabbruch

Eine weitere wichtige Erkenntnis aus der Untersuchung ist, dass eine Lehrvertragsauflösung (LVA) nicht gleichbedeutend mit einem Lehrabbruch ist. Bereits ein Wechsel von einer dreijährigen EFZ- zu einer EBA-Ausbildung oder umgekehrt oder auch ein Wechsel des Betriebseigentümers führen zu einer Lehrvertragsauflösung, welche jeweils statistisch erfasst wird.

Bei Weitem nicht alle Lehrvertragsauflösungen seien problematisch, wird betont. Knapp die Hälfte aller Jugendlichen, welche ihren Lehrvertrag aufgelöst haben, würden in einem anderen Betrieb oder in einer anderen Branche wieder einsteigen und eine zertifizierte Ausbildung auf der Sekundarstufe II absolvieren.

Gesamtschweizerisch wurden 24.4 Prozent der EBA-Lehrverträge aufgelöst, die meisten LVA erfolgten im ersten Lehrjahr. Dieser Wert liegt im Kanton Solothurn erfreulich tiefer – mit 17.8% steht der Kanton Solothurn an fünfter Stelle.

Diese Situation ist auf das verstärkte verbundpartnerschaftliche Zusammenwirken, das Engagement aller Berufsbildungspartner und die Beratungsangebote der letzten Jahre zurückzuführen.

Wiedereinstieg – Spitzenquote für den Kanton Solothurn

Auch bei der Wiedereinstiegsquote erreicht der Kanton Solothurn im Vergleich zum gesamtschweizerischen Durchschnitt von 48.9 Prozent einen sehr hohen Wert. Mit 60.5 Prozent der Lernenden, die in der ausgewählten Periode eine Anschlusslösung gefunden haben, liegt der Kanton an zweiter Stelle. Der grösste Anteil findet innerhalb der ersten 3 Monate eine Anschlusslösung.

Der Kanton Solothurn setze mit verschiedenen Begleitmassnahmen alles daran, dass der Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt möglichst rasch erfolgen könne, heisst es.

Insbesondere tragen folgende Punkte zu diesem positiven Resultat bei:

  • Aktive Zusammenarbeit mit den Lehrbetrieben, Berufsschulen und üK-Zentren, Ausbildungsberatung durch das Berufsinspektorat
  • Vernetzung Berufsinspektorat mit den beteiligten Bildungspartnern, insbesondere Lehrbetrieben sowie Berufs- und Wirtschaftsverbänden
  • Individuelle Begleitung, Unterstützung und Fördermassnahmen an den Berufsfachschulen
  • Case Management Berufsbildung (CMBB)

Die für den Kanton Solothurn erfreulichen Resultate zeigen, dass sich die Attestausbildung im Kanton Solothurn etabliert hat. Dabei ist das starke Engagement der Wirtschaft, der Lehrbetriebe und Berufsverbände im Bereich Förderung von praxisnahen EBA-Ausbildungen von grosser Bedeutung.

Gleichzeitig spielt die enge Zusammenarbeit, die gute Vernetzung und insbesondere das verbundpartnerschaftliche Zusammenwirken aller Bildungspartner im Kanton Solothurn eine entscheidende Rolle. Inskünftig gilt es für den Kanton die bisherigen Erfahrungen weiter zu optimieren, um die ersten «sehr erfreulichen» Resultate auch in Zukunft bestätigen zu können. (mgt/szr)