Über dem Nebelmeer

Grosser Andrang bei der Weissensteinbahn: Besucher müssen Schlange stehen

Die lange Warteschlange vor der Talfahrt der Weissensteinbahn lässt einen technischen Defekt vermuten.

Die lange Warteschlange vor der Talfahrt der Weissensteinbahn lässt einen technischen Defekt vermuten.

Nebel im Tal, schöne Aussicht auf dem Berg: Über 3500 Besucher «flüchteten» am Neujahr aus dem Nebelmeer auf den Solothurner Hausberg. Auch am 2. Tag von 2020 ist der Andrang gross.

Normalerweise sind es rund 1500 bis 2000 Besucher, die sich an Sonntagen nach Solothurner Bergluft sehnen. Dank des grauen Nebelmeers im Tal jedoch waren es über Neujahr deutlich mehr: Ein Besucher schildert dieser Zeitung gegenüber, wie sich die Warteschlange vor der Talfahrt am 1. Januar bis zur Terrasse des Hotels erstreckte. Er vermute gar einen technischen Defekt. Denn rund eine Stunde nach der letzten Gondel um 16.45 Uhr sei die Warteschlange nicht merklich kürzer geworden. 

Es sei vermehrt zu Abschaltungen von 10 bis 15 Sekunden gekommen, teilt der Geschäftsführer und technischer Leiter der Seilbahn Weissenstein, Konrad Stuber, auf Anfrage mit. Diese seien in der Regel nichts Aussergewöhnliches. Eine elektronische Störung in den Stationen habe aber verhäuft zu Fehlermeldungen beim Stationsumlauf der Gondeln geführt und somit die Weiterfahrt verzögert. «Die lange Warteschlange ist allerdings in erster Linie auf die hohe Besucherfrequenz zurückzuführen», ergänzt er.

Nicht weniger als 3500 Besucher haben sich am Neujahrstag über die Gondel auf den Weissenstein begeben. Fast doppelt so viele wie an normalen Sonntagen. Der Ansturm mitsamt Kindern, Hunden, Kinderwagen und Rollstühlen erschwere jeweils den Ein- und Ausstieg und führe zu zusätzlichen Verzögerungen und Abschaltungen.

Die Besucher nutzen die Wartezeit, um den Sonnenuntergang zu betrachten.

Die Besucher nutzen die Wartezeit, um den Sonnenuntergang zu betrachten.

Die Seilbahn musste wegen des Andrangs bis um 18 Uhr, also rund eineinhalb Stunden über die offiziellen Öffnungszeiten hinaus und mit zusätzlichem Personal in Betrieb gehalten werden, um am Abend alle Besucher wieder ins Tal zu befördern. «Wir fahren so lange, wie nötig, egal wie spät es wird», sagt Stuber. Eine Stunde vor dem offiziellen Betriebsschluss um 16.45 Uhr seien am Neujahrstag nämlich noch 1000 Leute oben gewesen. «Wenn sie alle gleichzeitig runter wollen, dann ist eine Wartezeit unvermeidlich.» Gestresst waren die Besucher jedoch wohl kaum wegen der Warteschlange: Sie genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang, bevor sie wieder ins Nebelemeer abtauchten.

Auch am Abend des 2. Januars erwartet der Geschäftsführer daher Überstunden. «Es werden nicht weniger Besucher sein», weiss er. Am Vormittag habe es nämlich bereits im Tal eine Warteschlange gegeben. Und am Nachmittag werde dasselbe auf dem Berg der Fall sein. (gue)

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