Meeting
Grosse Ehre: Oltner Unternehmer beim Treffen im Weissen Haus

Am kommenden Dienstag ist der in Olten tätige Unternehmer René Trost zusammen mit Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, Novartis-Chef Joseph Jimenez und anderen Koryphäen zu einem Wirtschaftstreffen ins Weisse Haus in Washington eingeladen.

Beat Nützi
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Mit dem Hightech-Gerät lernen Schlaganfall-Patienten laufen.

Mit dem Hightech-Gerät lernen Schlaganfall-Patienten laufen.

Christian Hoefliger

Grosse Ehre für den in Kappel wohnhaften und in Olten tätigen Unternehmer René Trost: Er ist am kommenden Dienstag zusammen mit Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, Novartis-Chef Joseph Jimenez und anderen Koryphäen zu einem Wirtschaftstreffen ins Weisse Haus in Washington eingeladen.

Weshalb kam René Trost zu dieser Ehre? Eine Rolle habe sicher gespielt, so Trost, dass seine im Gerolag-Center an der Industriestrasse 78 in Olten domizilierte Reha Technology AG, die seit 18 Monaten auch auf dem amerikanischen Markt Fuss gefasst hat, in den USA weiter investieren wolle. In erster Linie sei die Reha Technology AG aber als «Start-up mit grossem Potenzial» ausgewählt worden. Den entscheidenden Kontakt zur US-Administration ergab sich laut Trost bei einem Treffen auf Einladung der US-Botschafterin Suzan LeVine im letzten Oktober in Bern.

Zweifelsohne handelt es sich beim Investment Roundtable Meeting vom nächsten Dienstag um ein hochrangiges und exklusives Treffen, wie die Teilnehmerliste zeigt: Bundesrat Johann Schneider-Ammann, Martin Dahinden, Schweizer Botschafter in Washington, Suzan LeVine, US-Botschafterin in der Schweiz, US-Handelsministerin Penny Pritzker und US-Arbeitsminister Thomas Perez. Unternehmen bzw. Unternehmer sind folgende eingeladen: Alevo Group (Jean Claude Beney, CEO), Bühler AG (Calvin Grieder, CEO Schweiz; René Steiner, CEO USA), Kudelski Group (André Kudelski, Präsident und CEO), Nestlé (Pablo Wiechers, VP Operations, Zone Americas Management), Novartis (Joseph Jimenez, CEO), Pilatus Aircraft (Thomas Bosshard, CEO USA), Reha Technology AG (René Trost, CEO) sowie Zurich Insurance Group (Kathleen Savio, Präsidentin, Programs & Direct Markets).

Laut einem Communiqué des Eidgenössichen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung sollen bei diesem Treffen vor allem die Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern sowie die Vorteile der Schweizer Berufsbildung zur Sprache kommen.

Das Meeting sieht René Trost als «exzellente Plattform» für das Bekanntmachen seiner Firma und Produkte. Denn Trost ortet in den USA ein grosses Potenzial im Bereich der Neurorehabilitation, für welche die Reha Technology AG Hightech-Geräte herstellt. Mit diesen Geräten lernen zum Beispiel Schlaganfall-Patienten wieder laufen. Bei dem von der Reha Technology AG entwickelten und patentierten G-EO-System handle es sich um das weltweit modernste Produkt zur Gangrehabilitation, unterstreicht Trost: «Zentrales Ziel unserer Gangrehabilitation ist nicht nur das Wiedererlangen der Gehfähigkeit der Patienten, sondern auch das erneute Erlernen des Treppensteigens.» Das G-EO-System sei in der Lage, jeden Bewegungsablauf des menschlichen Gangs zu simulieren. Für jeden Patienten könnten die Therapeuten ein individuelles Übungsprogramm zusammenstellen. So sei es möglich, die Fähigkeit zum Wiedererlangen der Mobilität und der Unabhängigkeit im Alltag zu maximieren. Das einzigartige G-EO-System bietet laut Trost «das weltweit umfassendste Angebot an Gangtrainingsmöglichkeiten.»

Zu seinem Engagement in den USA stellt René Trost gegenüber der «Schweiz am Sonntag» fest, dass er im Frühling 2013 eine Tochterfirma in Philadelphia gegründet habe, die Reha Technology USA Inc.: «Wir sind mit drei Mitarbeitern gestartet und haben uns zuerst auf die Ostküste, Region Midatlantic zwischen Boston und Washington, fokussiert. Wir konnten bereits eine sehr schöne Projektliste für den mittleren Westen und Texas erarbeiten und erste Geräte verkaufen. Dieses Jahr werden wir massiv ausbauen mit einem Westbüro in Kalifornien sowie investieren in Verkauf, Service und Support. Soeben haben wir äusserst erfolgreich einen Trial bei der US-Veteranengesundheitsorganisation abgeschlossen. Diese Organisation betreibt 173 Spitäler in den USA.» Im Weiteren plane sein Unternehmen 2015 auch einen Ausbau des Direktvertriebes nach Kanada, betont Trost: «Wir haben soeben den ersten Auftrag aus Kanada erhalten.»

Es ist nicht selbstverständlich, dass der einstige Chef der Dionex AG in Olten wieder erfolgreich tätig ist. Vor rund acht Jahren erlitt der heute 63-Jährige nämlich ein Burnout mit Klinikaufenthalt und Jobverlust. Mit neu geladenen Batterien machte er sich dann Mitte 2009 voller Tatendrang wieder ans Werk, zuerst mit kleineren Engagements und dann als Europadirektor einer US-Biotechfirma. Im Dezember 2011 gründete Trost dann aus der Reha Technologies GmbH in Bozen die Reha Technology AG in Olten, die derzeit 20 Personen beschäftigt: 12 in Olten, 4 in Bozen, 3 in den USA und 1 in Indien. Im 2015 seien weitere 10 bis 15 Stellen geplant, und der Umsatz im vergangenen Jahr sei im «mittleren einstelligen Millionenbereich» ausgefallen, erklärt René Trost, der mit grossem Optimismus in die Zukunft blickt.