Solothurner Waldtage
Grossanlass kam bei den Schülern gut an, beim Publikum harzte es

Das Fazit der Solothurner Waldtage fällt unterschiedlich aus: Fast 4000 Schüler besuchten den Anlass im Vorfeld der Publikumsöffnungszeiten – ein Erfolg. Am Publikumsanlass lief es dann weniger gut.

Yann Schlegel
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Vor allem das Schulprogramm war in den Augen der Organisatoren ein Erfolg. Interessiert lauschen hier die Kinder der Primarschule 5 und 6a aus Kappel am Posten «Wild und Jagd» den Ausführungen von Thomas Kissling. Ihnen seien richtiggehend «Löcher in den Bauch gefragt» worden, berichten die Jäger vom Hegering Olten-Gösgen-Gäu, die, unterstützt vom Wild-Wissen-Wagen von Revierjagd Solothurn, an den Waldtagen die kantonale Jägerschaft vertraten.

Vor allem das Schulprogramm war in den Augen der Organisatoren ein Erfolg. Interessiert lauschen hier die Kinder der Primarschule 5 und 6a aus Kappel am Posten «Wild und Jagd» den Ausführungen von Thomas Kissling. Ihnen seien richtiggehend «Löcher in den Bauch gefragt» worden, berichten die Jäger vom Hegering Olten-Gösgen-Gäu, die, unterstützt vom Wild-Wissen-Wagen von Revierjagd Solothurn, an den Waldtagen die kantonale Jägerschaft vertraten.

Derweil im Festgelände fleissig die Spuren der Grossveranstaltung weggewischt wurden, lagen die Waldart-Kunstwerke – vornehmlich von Kindern geschaffen – am frühen Montagmorgen noch unversehrt da, als die ersten Sonnenstrahlen durchdrangen. Eine wohltuende Stille hatte sich über den Bornwald gelegt, der während der vergangenen Woche mehr als 15’000 Besuchern sein schönstes Gesicht zeigte.

Wie gross der Aufwand für eine derart umfassende Freilichtausstellung ist, wie viel Arbeit hinter dem Projekt steht, verdeutlicht die Anzahl Personen, welche im dreijährigen Entstehungsprozess der Waldtage involviert waren. Deutlich über 500 Personen hätten sich für die ersten Solothurner Waldtage eingesetzt, schätzt Projektleiter Geri Kaufmann die Dimension des Engagements. Aus personellen und finanziellen Gründen wäre es nicht möglich gewesen, die Waldtage länger als eine Woche anzubieten.

Dass kein Aufwand gescheut wurde, war auf dem Rundgang spür- und sichtbar im durchdachten Gestaltungskonzept und der Fülle an Themen – auch indirekt mit dem Wald in Verbindung stehender Gegenstände. Es sei praktisch nicht möglich, eine umfangreichere Freilichtausstellung auf die Beine zu stellen, gibt Forstingenieur Kaufmann mit Blick in die Zukunft zu. «Die Leute sind irgendwann gesättigt und können nichts mehr aufnehmen. Damit wir ein Schulprogramm mit rund 240 Klassen durchziehen konnten, brauchte es aber enorm viele Posten.» Qualitativ könne bestimmt einiges optimiert werden, meint Kaufmann und spricht damit einzelne Posteninhalte, den Gastronomie- oder Unterhaltungsbereich an.

«Schulprogramm verlief super»

«Gut», fällt Geri Kaufmanns bescheidenes Fazit aus – am Tag, nachdem eine intensive Phase der Vorbereitung sowie der kurzweilige Anlass vorbei sind und bevor eine Bilanz steht. Für eine differenziertere Analyse trennt der Projektleiter dann Schulprogramm und öffentliche Waldtage. «Das Schulprogramm verlief super, wir erhielten eine sehr grosse, positive Resonanz – schon im Vorfeld», freut sich Kaufmann. Und: «Man kann jetzt schon sagen, dass wir unsere Ziele übertroffen haben.» – Als Dirigent der Waldtage war sich Kaufmann keiner Aufgabe zu schade und übernahm bei Engpässen kurzerhand selber eine Postenbetreuung. «Es herrschte eine gute Stimmung mit den Kindern im Wald, die Schüler machten ausgezeichnet mit, waren sehr interessiert», freut sich Kaufmann.

Von Baselbieter Nachbarn inspiriert

Ungefähr 10’000 Eintritte zählte das OK Waldtage nach Beendigung der öffentlich zugänglichen Ausstellung. Da Kinder gratis Einlass fanden, dürften mit den 4000 Schülerinnen und Schülern mindestens 15’000 Personen die Freilichtausstellung im Bornwald besucht haben. Am Samstag hätte sich Geri Kaufmann insgeheim mehr Besucherinnen und Besucher erhofft. Im Vorfeld war das OK von 10’000 bis 20’000 Personen ausgegangen. Man zeigt sich erleichtert, dass bei traumhaften Bedingungen das angestrebte Ziel erreicht wurde. Das Verpassen einer noch höheren Besucherzahl gehe mit der Tatsache einher, dass es nur teilweise gelungen sei, den oberen Kantonsteil und angrenzende Gebiete zu mobilisieren. Kaufmann führt dies darauf zurück, dass der Anlass im Kanton Solothurn eine Premiere war, im Kanton Baselland hingegen bereits vier Waldtage-Ausgaben – die Solothurner Waldtage sind von diesen inspiriert – durchgeführt wurden, womit sich das Projekt in der Nordwestschweiz einen Namen gemacht habe.

Endgültiges Fazit folgt später

Nun soll eine Evaluation eingeleitet werden, die in zwei Monaten ein endgültiges Fazit zulassen soll. Der erste Eindruck zumindest gibt ein Erfolgsbild ab, weshalb Geri Kaufmann von einer Fortsetzung der Solothurner Waldtage ausgeht. «Wir haben immer kommuniziert es seien die ersten Waldtage - das schreit nach einer zweiten Ausgabe», ist er zuversichtlich. Der definitive Entscheid werde jedoch erst nach der Schlussbilanz gezogen. Kommt eine Fortführung des Projektes zustande, soll dies im Turnus in Jahresabständen zwischen vier und sechs Jahren geschehen. Dem Bornwald werden voraussichtlich die Aussichtsplattform, ein Holzskulpturenweg und allenfalls eine thematische Waldwanderung als bleibende Erinnerung an die ersten Solothurner Waldtage erhalten bleiben.