Es ist heiss, sehr heiss in unseren Landen. Das Futter für meine Tiere ist verdorrt und mein Land gleicht eher karger Steppe als saftig grünem Gras. Und so ist mir, der die Sommerferien mit der ganzen Familie zuhause verbringt, auch das Thema für diese Kolumne gesetzt.
Was muss die Landwirtschaft zur Zeit nicht alles über sich ergehen lassen. Sie soll nun auch weitgehend schuld sein an der Veränderung des Klimas. Dabei gehört sie wohl zu jenen Branchen, welche es am direktesten trifft. Der Zukauf von Futter für meine Tiere wird mich einmal mehr viel Geld kosten.

Aber ist es wirklich der Bauer, der für den Wandel des Klimas zuständig ist? In der Schweiz trägt die Landwirtschaft aktuell einen Anteil von 13,2 % der Treibhausgasemissionen bei, wobei diese bereits um 11,4 % reduziert werden konnten. Man bewegt sich also in die richtige Richtung und liefert trotzdem weiterhin gesunde, qualitativ hochstehende, nachhaltig produzierte Lebensmittel an die Bevölkerung. Für sie, geschätzte Leserinnen und Leser, die tägliches Essen und Trinken als Existenzgrundlage für selbstverständlich erachten.

Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Schöpfung. Man muss sich dabei aber schon fragen, ob das Produzieren von Nahrungsmitteln schlimmer ist als der CO2-Ausstoss durch die rege Reisetätigkeit. Der durch Flugzeuge ausgestossene Anteil CO2 im Vergleich beträgt 18 %, Tendenz klar steigend. Die Flugbewegungen nehmen weiter rasant zu. Reisebüros bestätigen, dass die Diskussion um den Klimawandel null Einfluss hat, wenn es um den Urlaub geht! Im Gegenteil.

Wir haben die Realität und das wirklich Existenzielle im Leben völlig aus den Augen verloren. Man will einfach dort einsparen, wo es vermeintlich nicht wehtut. In Deutschland zeigte im Jahr 2014 eine Studie, dass niemand so oft fliegt wie die Wähler der Grünen. Ausgerechnet dieser Partei, welche heute die CO2-Diskussion zu Wahlzwecken kräftig ankurbelt. Ist es nicht heuchlerisch zu vermitteln, mit einer CO2-Abgabe für den Flug nach Kreta das Klima zu retten? Gibt es weniger Emissionen, wenn die Passagiere etwas tiefer ins Portemonnaie greifen? Nein, es wird genau gleich viel geflogen und gleich viel Dreck produziert. Nur glaubt man offenbar, man hätte mit diesem Flug etwas für die Umwelt getan.

Echt gespart wird erst dann, wenn es den Flug nach Kreta nicht mehr braucht, weil alle diese Passagiere die Ferien in den Schweizer Bergen verbringen. Alles andere ist nur eine Beruhigung des schlechten Gewissens und bringt unserer Umwelt nichts.

Nicht einmal an den Kantonsschulen, wo die Klimademos ihren Anfang nahmen, ist man bereit, auf Flüge zu verzichten. Dies sei nicht «gewünscht», sagt der Rektor. Deshalb gibt es weiterhin Studienreisen nach London und Dublin, ein Musikprojekt in St. Petersburg oder ein «interkultureller Austausch» in Senegal. Dies sagt viel über die Ehrlichkeit der Gretas aus!
Wenn Flüge weiterhin gewünscht sind, gesundes, regionales Essen aber offenbar nicht mehr, dann kann man vielleicht in Zukunft die Landwirte zu Piloten umbilden und sich das hormon- und antibiotikakontaminierte Fleisch sowie das mit Glyphosat abgespritzte Getreide einfliegen lassen.

Marcel Weber - Greta, wir fliegen nicht mehr nach Kreta