Schenkkreis-Morde
Grenchner Schenkkreis-Morde: Ruth S. kommt vorläufig auf freien Fuss

Ruth S. muss aus der Sicherheitshaft entlassen werden. Dies hat die Beschwerdekammer des Solothurner Obergerichts entschieden. Das Obergericht hat befunden, dass keine grosse Fluchtgefahr besteht.

Urs Mathys
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Ruth S., die mutmassliche Drahtzieherin der Schenkkreis-Morde von Grenchen, muss aus der Sicherheitshaft entlassen werden.

Ruth S., die mutmassliche Drahtzieherin der Schenkkreis-Morde von Grenchen, muss aus der Sicherheitshaft entlassen werden.

Keystone

Gegen den Schuldspruch der in die Grenchner Schenkkreis-Morde verwickelten Ruth S. legte deren Anwalt Berufung ein und auch gegen die Sicherheitshaft wurde Beschwerde geführt. Letzteres nun mit Erfolg: Die Beschwerdekammer des Obergerichts kam zum Schluss, dass die angeordnete Inhaftnahme gegen die Strafprozessordnung verstosse.

Zwar sei «nicht gänzlich auszuschliessen, dass sich die Beschwerdeführerin im Falle einer Entlassung aus dem vorzeitigen Strafvollzug (...) durch Flucht entziehen könnte», doch sei «die Wahrscheinlichkeit einer Flucht (...) nicht gross genug, dass sich damit die Fortsetzung des vorzeitigen Strafvollzugs rechtfertigen lässt», heisst es im Urteil der Beschwerdekammer.

Die Identitätskarte von Ruth S. bleibt beschlagnahmt

Immerhin sei aber die Fluchtgefahr so gross, dass «die Anordnung geeigneter Ersatzmassnahmen angezeigt» sei. Zu diesen Massnahmen zählt, dass die Identitätskarte von Ruth S. beschlagnahmt bleibt: die Frau darf die Schweiz nicht verlassen und muss melden, wo sie jeweils untergebracht ist. Ferner hat sie sich regelmässig bei der Polizei zu melden. Verletzt sie diese Auflagen, muss die Polizei Ruth S. sofort zur Verhaftung ausschreiben.