In Solothurn und Grenchen nimmt man das plötzliche Ausscheren Oltens aus den eigenen Reihen gelassen zur Kenntnis. «Das Abschaffen der Stadtpolizei ist für Grenchen im Moment sicher kein Thema», sagt Grenchens zwar gewählter, aber erst ab dem 6. Januar amtierender Stadtpräsident François Scheidegger. «Wir beobachten aber die Situation in Olten.»

Und auch für Solothurns Stadtpräsident Kurt Fluri ist der Oltner Meinungsumschwung kein Dammbruch hin zu einer Einheitspolizei. «Auf unsere Haltung hat das keinen Einfluss.» Fluri zweifelt, ob ein Verzicht auf eine eigene Stadtpolizei tatsächlich die erhofften Einsparungen bringt. Einerseits erlebe der Kanton bei den Finanzen selber nicht gerade eine Blütezeit, andererseits müssten die Städte gewisse Aufgaben neu organisieren: Die Kantonspolizei werde jedenfalls nicht die Verkehrsregelung bei Grossanlässen übernehmen. Die Stadt müsse dann mehr Einsätze der Feuerwehr oder privater Sicherheitsanbieter berappen.

Defizite überstehen

Fehlende Personalressourcen sind für die Oltner Politiker ein Argument gegen das Beibehalten der Stadtpolizei. Obwohl sie schon jetzt unter dem idealen Korpsbestand liegt, muss die Oltner Stadtpolizei aus Spargründen 2014 nochmals vier Stellen abbauen. Chronisch unterdotiert ist auch die Solothurner Stadtpolizei. Kurt Fluri glaubt aber nicht, dass dies in Solothurn zu einem Meinungswechsel führen wird. «Wir haben nicht die gleiche finanzielle Situation wie Olten», so Fluri. Solothurn werde die Defizite «ohne grossen Schaden» überstehen. «Wenn die roten Zahlen vorbei sind, können wir über eine Aufstockung diskutieren.»

Ob bei seinen Fusionspartner der Wille ebenso stark ist, an einer eigenen Stadtpolizei festzuhalten, lässt Fluri offen. Dies werde derzeit unter den möglichen Fusionsgemeinden ausdiskutiert. «Dem will ich nicht vorgreifen.»