Grenchen
Innovationsfrühstück in Grenchen: «Alter Hase» und «Jungspund» geben Tipps

Die Standortförderung Espace Solothurn und die Wirtschaftsförderung der Stadt Grenchen luden am Donnerstag gemeinsam zum «Innovationsfrühstück» ins Grenchner Velodrome.

Hans Peter Schläfli
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Robert Frigg (rechts) sprach über den Weg, den eine Idee im Bereich der Medizinaltechnik bis zur marktfähigen Innovation durchlaufen muss.

Robert Frigg (rechts) sprach über den Weg, den eine Idee im Bereich der Medizinaltechnik bis zur marktfähigen Innovation durchlaufen muss.

Hans Peter Schläfli

Nach Vorträgen über die Zukunft der Medizintechnik sowie der perfekten Strukturierung von Arbeitsabläufen beim Fahrzeugbauer Hess pflegten die rund 80 Interessierten aus Politik, Gewerbe und Industrie bei Kaffee und Gipfeli ihr Netzwerk.

Robert Frigg beschrieb die Innovationskraft der verschiedenen Firmen der Medizintechnik, die in der Region einen wirkungsvollen Cluster bilden, der im weltweiten Wettbewerb an der Spitze mitmischt. Er führte aus, dass eine gute Idee noch lange keine Innovation ist. «Erst mit der praktischen Umsetzung und dem Erfolg im Markt verdient sich eine neue Idee die Bezeichnung Innovation, und dieser Prozess dauert mehrere Jahre», so der 64-jährige Ehrendoktor der Medizinischen Fakultät der Uni Zürich.

Hilfestellung für Leute mit überzeugenden Ideen

Anhand der Uniklinik Balgrist zeigte Frigg auf, wie die Bedürfnisse der Patienten durch Forscher aufgenommen werden, wie Technologien entwickelt und Prototypen neuer Produkte durch die Ingenieure hergestellt werden. Bis ein lizenziertes Produkt schliesslich beim Patienten angewendet werden kann, sei ein langer Weg zu überwinden.

Damit grosse Ideen nicht vorzeitig scheitern, unterstützt die 41medical AG, deren Präsident Frigg ist, engagierte Start-ups mit Wissen uns Geld:

«Das Wissen ist hier und wir haben die Kontakte. Ein neues Start-up kann das alles bei uns abholen.»

Mit Innovationen, die der Gesundheit der Menschen dienen, können so die hiesige Medizintechnik im harten Konkurrenzkampf mithalten und in der Region die Arbeitsplätze sichern.

Was bessere Arbeitsabläufe bewirken können

Mit erst 28 Jahren war Ian Kofmehl, der zweite Referent und einer der jüngsten beim Anlass. Er hatte in seiner Studienarbeit die Prozessabläufe des Bellacher Nutzfahrzeugbauers Hess AG bei der Montage der Kofferaufbauten auf Lieferwagen analysiert. «Wir stellten zu Beginn der Erhebungen fest, dass keine Prozessdokumentation vorhanden war», beschrieb Kofmehl den Einstieg in das Thema. Seine Messungen ergaben danach, dass die Monteure etwas über 60 Stunden für einen Aufbau brauchten und dabei fast vier Kilometer zurücklegten.

Mit seiner Studienarbeit konnte die benötigte Arbeitszeit auf rund 38 Stunden und die Wege dank verbesserter Abläufe auf die Hälfte reduziert werden. «Wir wollen immer wieder spannende Themen in die Runde werfen und das Netzwerk der verschiedenen Player in unserer Region unterstützen», führte Organisatorin Susanne Sahli zum Zweck des Anlasses, den es seit 2018 gibt, aus.

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