Kanton Solothurn
Gratis Schwimmunterricht für Asylsuchende? SVP-Fraktion sagt Nein

SVP-Politiker Beat Künzli spricht sich klar dagegen aus, dass der Kanton Solothurn Asylsuchenden Schwimmkurse bezahlen soll. Damit steht die SVP-Fraktion im Kantonsrat allerdings alleine.

Drucken
Teilen
Schwimmunterricht (Symbolbild)

Schwimmunterricht (Symbolbild)

Christoph Voellmy

Es stiess Kantonsrat Beat Künzli sauer auf, dass der Kanton vergangenen Sommer minderjährigen Asylsuchenden, die ohne Eltern in der Schweiz leben, Schwimmkurse bezahlte. «Viele Bürger können dies nicht nachvollziehen», sagte der SVP-Mann aus Laupersdorf am Dienstag im Kantonsrat. Dies sei eine Diskriminierung von Schweizer Kindern. «Denn viele Schulträger haben aus finanziellen Gründen den Schwimmunterricht gestrichen.» Zudem sei der Kurs in Solothurn geschlechtergetrennt geführt worden. «Kein Beitrag zur Integration.»

Mit ihrem Unmut blieb die SVP-Fraktion im Kantonsrat allerdings alleine. Die Kurse seien sinnvoll, entgegnete etwa Verena Meyer (FDP, Buchegg). Einziger gemeinsamer Punkt der FDP-Sprecherin mit der SVP: Man hätte auch aus ihrer Sicht eine kleine Gegenleistung verlangen dürfen. «Um zu zeigen: Es gibt nichts gratis.» Zwar könne man es als ungerecht verstehen, dass nicht allen Schweizer Kindern Schwimmkurse bezahlt würden, sagte Markus Dietschi (BDP, Selzach). «Aber ehrlicherweise möchte kein einheimisches Kind mit den Asylsuchenden, die alleine sind, tauschen.»

So richtig baden ging die SVP erwartungsgemäss im linken Lager. Als «zynisch und traurig» bezeichnete SP-Kantonsrätin Franziska Roth (Solothurn) die Aussage von Beat Künzli, dass wohl schwimmen könne, wer über das Mittelmeer nach Europa gekommen sei. Sie verstehe nicht, warum man den verletzlichen Kindern, die nur zwei Franken Sackgeld pro Tag erhalten, den Schwimmkurs nicht gönne.

Auch Daniel Urech (Grüne, Dornach) konnte der Interpellation nichts abgewinnen. «Das ist eine unsägliche Empörungsbewirtschaftung», griff er die SVP an. Der Kanton hatte den Kurs auch aus Sicherheitsaspekten durchgeführt. Verschiedene Asylsuchende waren in der Vergangenheit in Schweizer Gewässern ertrunken. Der Kurs für die 30 Minderjährigen kostete 6750 Franken. (lfh)

Aktuelle Nachrichten