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Gratis-Magazin «SoRock» präsentiert das Kulturleben in der Region Solothurn

Am Samstag erscheint die erste Ausgabe des neuen Solothurner Gratis-Kulturmagazins «SoRock». Die Herausgeber des Magazins sind Susanne Schneider, Daniel Fuchs und Anne-Catherine Kramis.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Von links: Susanne Schneider, Daniel Fuchs, Anne-Catherine Kramis.

Von links: Susanne Schneider, Daniel Fuchs, Anne-Catherine Kramis.

Andreas Kaufmann

Am Samstag, 30. April, finden die Leser der Solothurner Zeitung in ihrer Tageszeitung das Gratis-Magazin «SoRock» vor. Dieses neu lancierte Solothurner Kulturmagazin will in ihren Ausgaben das breite und umfassende Kulturleben in der Region Solothurn und die Macher dahinter präsentieren.

Die drei Herausgeber von «SoRock», Susanne Schneider, Daniel Fuchs und Anne-Catherine Kramis, geben Auskunft über die Beweggründe und den Inhalt des neuen Magazins. Die Solothurner Zeitung will mit dem Verteilen von «SoRock» an seine Leser der Verbreitung dieses jüngsten Kindes in der Solothurner Presselandschaft auf die Beine helfen.

Was motiviert Sie, mit «SoRock» ein Solothurner Kulturmagazin ins Leben zu rufen? Fehlte aus Ihrer Sicht bisher ein solches Angebot in unserer Region?

Susanne Schneider: Es geht nicht um die Frage, ob etwas fehlt, sondern um die Frage: Was interessiert uns, was würden wir gerne lesen. Und das sind Beiträge über Kultur, Feuilleton-Artikel, Porträts. Dazu hatte ich seit Jahren die Erkenntnis, dass Solothurn ungemein reich ist an solchen Inhalten, Leuten und Anlässen.

Zu den Personen

Susanne Schneider (43), Germanistin. Unterrichtete bis vergangenen Sommer in der Kantonsschule Olten Deutsch. Sie ist die Initiantin des Magazin-Projekts. «Ein Kulturmagazin zu lancieren, war schon immer mein Wunsch. Dank meiner Kollegen konnte ich es in die Tat umsetzen.»

Anne-Catherine Kramis (40), gebürtige Zuchwilerin, lebt in Bern. Sie hat einen Master in Philosophie und unterrichtet derzeit an der Kantonsschule Solothurn Ethik. Kramis spielte Theater und hat eine Musicalausbildung; sie war Mitglied des Theaters Mausefalle Solothurn. «Mir ist der Bildungswert unseres Magazins und damit die Imagepflege für Solothurn wichtig. Ich bin auch verantwortlich dafür, unser Magazin in den sozialen Medien zu positionieren.»

Daniel Fuchs (49) ist lange schon journalistisch tätig. Er lebt in Solothurn und ist seit vergangenem Herbst mit der Lancierung von «SoRock» und dem Schreiben von Beiträgen darin beschäftigt. «Ich habe vorher ein Jahr lang an einem Roman geschrieben, für den ich noch einen Verlag suche. Im vergangenen Herbst war ich frei, bei «SoRock» mitzumachen.»

Anne-Catherine Kramis: Wir wollen eine Plattform schaffen, die nur für Kunst und Kultur da ist. Und das in der Magazin-Form, von der ich finde, dass man darin dies alles am besten unter einen Hut bringen kann. Ein Print-Magazin kann man in den Händen halten, es aber auch wieder auf die Seite legen und ein anderes Mal darin blättern und darin lesen. Man soll sich verweilen können damit.

Daniel Fuchs: Neben den Textbeiträgen sind uns die Fotografien im Heft sehr wichtig. Und diese kommen in einem gedruckten Magazin am besten zur Geltung. Das Heft soll also auch einen ästhetischen Genuss bieten.

Dennoch. Entspricht heute ein gedrucktes Magazin zu lancieren noch dem Zeitgeist? Printmedien haben immer mehr Mühe, Leser zu finden.

Schneider: Es gibt uns auch im Internet. Natürlich haben wir auch eine Homepage, auf der man die Artikel abrufen kann. Doch es ist uns wichtig, «SoRock» sinnlich erlebbar zu machen. Etwas, das man in Händen halten kann.

Kramis: Ich weiss nicht, ob Printausgaben wirklich so von gestern sind. Meine Schüler lesen heute sehr gerne wieder mal in einem Buch.

Welches ist denn ihr Zielpublikum?

Fuchs: Leser in den Regionen Solothurn-Grenchen-Oensingen. Olten ist schon zu weit weg. Dort existiert schon ein Kulturmagazin. Sicherlich sind unsere Leser nicht allzu jung. Wir denken an junge Erwachsene. Beim Alter nach oben gibt es keine Grenzen. Man soll sich für alle Arten von Kultur und Kunst interessieren – vom Rock-Konzert bis zur Ausstellung. Wir bieten auch mehr Bild, weniger Text, verschiedene Textformate und –formen.

Was wird in der ersten Ausgabe zu lesen sein?

Schneider: Wir stellen jede Ausgabe unter ein Schwerpunktthema. Diese erste hat «Ein roter Teppich für die Kultur» zum Inhalt. Ohne zu viel Konkretes zu verraten: Es gibt Interviews mit Kunstschaffenden, es hat Kulturtipps der Redaktion, kleinere Porträts von Solothurner Persönlichkeiten, Atelierbesuche und wichtig ist uns auch immer ein jeweiliges Covergesicht. Zum Anlass der kommenden Solothurner Literaturtage gibt es zudem viel über Literatur zu lesen. Zwei Schriftsteller haben extra für uns Texte geschrieben. Darauf sind wir stolz. Eine Architektin schreibt jeweils eine Kolumne und es gibt noch vieles mehr. Die erste Ausgabe umfasst stolze 64 Seiten.

Wer hilft sonst noch ständig mit?

Schneider: Da sind die beiden Fotografinnen Sabrina Christ und Nina Dick zu erwähnen. Und unser Grafiker Benedikt Roth, Edition 13 Solothurn. Ein Glücksfall für uns.

64 Seiten Umfang sind recht viel. Wird das so bleiben und wie oft erscheint «SoRock»?

Fuchs: Die erste Ausgabe soll auch unsere Referenzausgabe sein. Damit wollen wir zeigen, was wir können und was möglich ist. Die nächste Ausgabe, die im Sommer erscheinen wird, wird dann deutlich weniger Seiten umfassen. Dort werden die Open Airs Schwergewicht sein. Wir planen, pro Jahr vier bis fünf Ausgaben zu lancieren.

Ein Magazin zu lancieren kostet ja auch einiges. Wie finanziert ihr «SoRock»?

Schneider: Grundsätzlich haben wir entschieden, das Magazin gratis abzugeben. Es soll sich via Inserate und Sponsoren finanzieren. Doch wir haben gesehen, dass es äusserst schwer ist, Inserate für ein Kulturprojekt, welches noch gar nicht existiert, an Land zu ziehen und an Geldgeber zu kommen. Glücklicherweise haben uns die Städte Solothurn und Grenchen Beiträge gesprochen, dazu kommen noch ein paar kleinere Inserenten. Noch nicht entschieden ist, ob wir Beiträge diverser Stiftungen oder auch vom Lotteriefonds des Kantons Solothurn bekommen. Im Grossen und Ganzen muss ich gestehen: Die Sponsoren- und Inserentensuche haben wir unterschätzt.

Fuchs: Wir sind vielleicht auch nicht die richtigen «Verkäufer». Wir sind eben Schreiber und Macher. Deshalb ist es gut, wir können bei der weiteren Inserenten-Suche jetzt ein druckfertiges Exemplar unserer ersten Ausgabe vorweisen.

Kramis: Zudem können wir ab der nächsten Ausgabe auf einem weiteren Mitarbeiter zählen, der für «SoRock» das Ressort Sponsoring und den Verkauf betreut. Das ist wichtig. Wir brauchen eine weitere Kraft, die sich nur darauf konzentriert.

Schneider: Bei der ersten Ausgabe legen wir jetzt alle drauf, das ist klar. Es ging eben auch alles etwas schnell. Wir trafen uns am 31. Oktober 2015 zur ersten Sitzung und jetzt liegt das Heft bereits vor.

Wie seid Ihr eigentlich auf den Namen «SoRock» gekommen?

Fuchs: Das werden wir oft gefragt. Wenn man Rock ’n’ Roll als Lebenshaltung versteht, wird der Name klar. Rock als «gegen die Norm», als Lust und Genuss, als «ein anderer Blick auf die Welt», anders als gewöhnlich. Das Magazin soll also Lust und Genuss sein für die Leser und für die Macher. «So» ist ja klar.