Das dürfte auch die kühnsten Träume der Seilbahnbetreiber übertroffen haben: In ihrem ersten Betriebsjahr zählten sie nicht nur viel mehr Passagiere als erwartet (417'662 Zutritte). Auch das finanzielle Ergebnis lässt sich sehen. Die Seilbahn Weissenstein AG schrieb bei einem Betriebsertrag von 3,76 Mio. Franken und einem Aufwand von 1,68 Mio. einen Jahresgewinn von 389'317 Franken – und konnte erst noch 3,5 Mio. Franken abschreiben. «Es war ein gutes Jahr in jeder Hinsicht», schreiben Verwaltungsratspräsident Urs Allemann und sein Vize Rolf Studer im nun vorliegenden Geschäftsbericht 2015.

Als Gründe für den Erfolg nennen sie einerseits Sonderfaktoren wie das ganzjährig gute Wetter, den Neuheitseffekt der Bahn und die einzigartige Architektur der Stationen. «Im Januar/Februar profitierten wir von besten Schneeverhältnissen, welche Schlittenfahrten bis ins Tal erlaubten», heisst es im Geschäftsbericht.

Nach erzwungener langer Schlittel-Abstinenz sei die Nachfrage überwältigend gewesen. Andererseits sei es der Bahn auch gelungen, «neue Kundensegmente zu erschliessen, welche früher von einer Benützung der Seilbahn ausgeschlossen waren». Durch Spenden und Gondelisponsoring nahm die Bahn zudem
1,95 Mio. Franken ein.

«Trottinetts werden geprüft»

Fürs 2016 budgetieren die Verantwortlichen nun wieder etwas konservativer. «Trotz des hervorragenden Betriebsergebnisses ist auch der Seilbahn klar, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen», heisst es. Allerdings sehen die Bahnbetreiber noch ein «enorm grosses Potenzial» in der Destination. Sie selbst möchten im Sommer, wenn denn alle Bewilligungen vorliegen, mit dem Bau einer Biker-Strecke vom Weissenstein nach Oberdorf beginnen. «In diesem Zusammenhang werden wir auch die Vermietung von Trottinetts prüfen», heisst es im Geschäftsbericht.

Hoffnung setzen die Bahnbetreiber auch in den geplanten Ausbau des Kurhauses. Sie sind überzeugt, dass auch die Bahn davon profitieren wird. Das Projekt beinhalte aber auch unternehmerische Herausforderungen, sprechen die Seilbahnbetreiber vor allem auf den komplexen und wetterabhängigen Transport von grossen Gruppen auf den Berg an. – Gerade bei starkem Wind ist dies nicht möglich: So lief die Bahn 2015 «nur» an 328 Tagen. 16 Tage blieb sie wegen starken Winds geschlossen, an 20 Tagen standen Revisionsarbeiten an.

Mit schlechtem Wetter ins 2016

2016 hat aus Sicht der Bahnbetreiber wettermässig schlecht begonnen. Es gab bereits 12 Windtage und nur wenig Schnee. Ein klares Bekenntnis gibt die Seilbahn zum Weissenstein-Tunnel ab, für dessen Erhalt sie sich einsetzt. Tunnel und Bahn seien für die «öV-Erschliessung» der Seilbahn von enormer Bedeutung.

Der Verwaltungsrat will nun erstmals eine «moderate Dividende» beantragen. Auf die Generalversammlung hin – sie findet am 18. Mai auf dem Weissenstein statt – tritt der langjährige Verwaltungsrat Erich Egli zurück. Er soll durch den Solothurner Verleger Peter Lukas Meier ersetzt werden.