Gestorben

Gomm: «Stich hat persönlichen Ehrgeiz dem Gemeinwohl untergeordnet»

Der Solothurner Landammann Peter Gomm (SP) hat das politische Schaffen des verstorbenen Otto Stich gewürdigt. Stichs jahrelanges Engagement könne für jüngere Politikerinnen und Politiker beispielgebend sein.

«Seinen persönlichen Ehrgeiz hat er stets dem Gemeinwohl untergeordnet.» Für Stich aus dem solothurnischen Dornach sei Politik eine Lebensaufgabe gewesen, hielt Gomm am Donnerstag in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der Nachrichtenagentur sda fest.

Sprichwörtlich sei Stichs Sparsamkeit gewesen, mit der er zur Bundeskasse geschaut habe, betonte Gomm, seinerseits Vorsteher des Departementes des Innern. Auch nach seiner Zeit als Bundesrat habe sich Stich als einfacher Bürger immer wieder zu Wort gemeldet.

Otto Stich in der Politik

Otto Stich hat sich schon als junger Mensch politisch engagiert. Als 20-jähriger trat er der Sozialdemokratischen Partei bei. Es folgten Engagements in örtlichen Kommissionen, die Wahl in den Gemeinderat und zum Gemeindeammann. 1961 nahm er Einsitz im Nationalrat und brachte unsere sozialdemokratischen Werte insbesondere in Wirtschafts- und Finanzfragen bis zum Jahr 1983 ein.

Am 7. Dezember 1983 wurde Otto Stich als Nachfolger von Willy Ritschard in den Bundesrat gewählt. Während seiner Amtszeit stand er bis zu seinem Rücktritt 1995 dem Finanzdepartement vor. Seine innerparteilichen Kritiker vermochte er schon nach kurzer Zeit mit einer starken und kompetenten Amtsführung zu überzeugen. So verstand er es, mit Hartnäckigkeit und Sachverstand, linke Positionen zu verteidigen.

SP Kanton Solothurn

Auch die SP Kanton Solothurn verliert mit dem Tod von Otto Stich einen langjährigen Genossen und Freund. Sie spricht den Angehörigen ihr herzlichstes und tief empfundenes Beileid aus.

«Otto, Du wirst uns sehr fehlen. Wir behalten Dich in guter Erinnerung. Wir danken Dir für die grosse politische Arbeit, die Du während vielen Jahren als Gemeinderat, Gemeindeammann, Nationalrat und als Bundesrat geleistet hast», schreibt die SP Kanton Solothurn in einer Mitteilung.

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