Gössi-Nachfolge
Thierry Burkart neuer FDP-Präsident? Das sagen Solothurner Freisinnige

Nach dem Rückzug von Damian Müller wird Thierry Burkart als Kronfavorit fürs FDP-Präsidium gehandelt. Prominente Solothurner Freisinnige würden Burkarts Kandidatur begrüssen. Gleichzeitig wünscht man sich für den Posten ein «glaubwürdiges Zugpferd».

Marius Fellinger
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Der Aargauer Ständerat Thierry Burkart an einer Medienkonferenz zur Initiative zur Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen.

Der Aargauer Ständerat Thierry Burkart an einer Medienkonferenz zur Initiative zur Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen.

Keystone

Der Luzerner Ständerat Damian Müller hat sich gleich selbst aus dem Rennen um die Nachfolge von FDP-Chefin Petra Gössi genommen. Damit rückt der Aargauer Ständerat Thierry Burkart in die Poleposition. Dieser steht dem von Gössi initiierten neuen FDP-Klimakurs kritisch gegenüber. Zudem bekämpfte er das mittlerweile gescheiterte Rahmenabkommen mit der EU.

Für die Solothurner FDP-Politiker wäre Burkart ein geeigneter Parteichef. Stefan Nünlist, Präsident der Kanontalpartei, und Markus Spielmann, Fraktionschef im Kantonsrat, würden die Kandidatur Burkarts begrüssen.

Kronfavorit Thierry Burkart

Christian Wanner politisierte für die FDP im Nationalrat in Bern und im Regierungsrat in Solothurn.

Christian Wanner politisierte für die FDP im Nationalrat in Bern und im Regierungsrat in Solothurn.

SZ

Auch der Solothurner alt Nationalrat und ehemalige FDP-Regierungsrat Christian Wanner traut dem Aargauer das Amt zu.

«Für mich ist Thierry ein intelligenter zuverlässiger Politiker. Ich denke, er ist mit seiner differenzierten Art fähig, die verschiedenen Parteiflügel zusammenzuhalten.»

Stefan Nünlist, Präsident der FDP Kantonalpartei, stimmt Wanner zu:

Stefan Nünlist präsidiert die FDP Kanton Solothurn.

Stefan Nünlist präsidiert die FDP Kanton Solothurn.

SZ
«Thierry ist ein sehr fähiger Politiker und überzeugender Freisinniger, der über alle Qualitäten zur Führung unserer Partei verfügt.»

Damian Müller als «Kämpfer für den Freisinn»

Der Luzerner Ständerat Damian Müller unterstützte Gössi bei ihrem umstrittenen Kurswechsel bei der Klimafrage und setzte sich auch für das Rahmenabkommen ein. Müller hatte die Unterstützung des links-liberalen Flügels hinter sich. Was fehlt nun der FDP, wenn der 36-Jährige nicht kandidiert?

Der Präsident der Solothurner Kantonspartei schätzt Müller «als besonnen, nach vorne gewandten Liberalen und hervorragenden Kämpfer für den Freisinn.» Es sei sehr schade, so Stefan Nünlist, dass sich Müller aus dem Rennen nehme und so das Feld der Kandidierenden geschmälert wird.

Müller kanidiert nicht – Findet Klimapolitik nun weniger Beachtung?

Für Nünlist steht fest: «Das Thema Klima gehört zu den grossen Herausforderungen unserer Zeit. Daher wird es auch für unsere Partei weiterhin zentral bleiben, ganz unabhängig vom Präsidium.»

Markus Spielmann, FDP-Fraktionschef im Solothurner Kantonsrat.

Markus Spielmann, FDP-Fraktionschef im Solothurner Kantonsrat.

SZ

Auch für Markus Spielmann hängt die Klimapolitik der FDP nicht von einer Personalie ab. Die Partei habe gute liberale Antworten auf die Fragen der Klimapolitik und arbeite schon jetzt auf allen Stufen intensiv an diesem Thema.

FDP will den Wählerschwund bremsen

Über das Anforderungsprofil der Nachfolge sind sich angefragten Freisinnigen weitgehend einig: «Die FDP braucht eine glaubwürdige Persönlichkeit mit Führungseigenschaften, Freude an Menschen, an der Debatte und an unserem Land», so Nünlist. Für ihn ist der Freisinn eine «wunderbare Bewegung». Aber man müsse Diversität mögen und aushalten.

Darauf legt auch der erfahrene FDP-Politiker Christian Wanner den Finger. Als er im Nationalrat sass, sei er noch einer von fast zehn Landwirten in der FDP-Fraktion gewesen: «Wir sollten Sorge tragen, dass wir uns wieder breiter abzustützen: Wir müssen die ‹einfacheren› Leute auch spüren, die Bauern und das Gewerbe – ohne Politik für alle machen zu wollen.»

Persönlicher Favorit

Bis Sonntag können sich die Kandidierenden noch offiziell melden. Bisher ist einzig Marcel Dobler gemeldet, der allerdings nur mit einer Frau aus der Romandie im Doppelgespann kandidieren will. Seit die Freiburger Ständerätin Johanna Gapany Dobler einen Korb erteilte, dürfte sich seine Kandidatur erübrigt haben.

Für Christian Wanner ist klar, dass man nicht alles an einer Person aufhängen muss. Die Partei müsse erkennen, welchen Weg sie gehen wolle – der Parteichef vertritt dann diese Position. Und Fraktionschef Spielmann wünscht sich für die Parteispitze ganz einfach ein «glaubwürdiges Zugpferd mit freiheitlichem Gedankengut und Durchsetzungskraft».

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