Solothurner Handelskammer
Globaler Wettbewerb und der starke Franken halten Unternehmen auf Trab

Am Donnerstag konnte Präsident Hans Kuhn im Landhaus in Solothurn rund 240 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zur 141. Generalversammlung der Solothurner Handelskammer begrüssen.

Drucken
Teilen
Hans Kuhn, Präsident der Solothurner Handelskammer (Archiv)

Hans Kuhn, Präsident der Solothurner Handelskammer (Archiv)

Hanspeter Bärtschi

Die Nationalbank wirkt machtlos. Die Politik ziemlich hilflos. Und die Unternehmen sind auf sich allein gestellt.» Kurz und bündig stellte Hans Kuhn, Präsident der Solothurner Handelskammer, aus seiner Sicht die momentane Situation mit der Frankenstärke dar. Zwei Möglichkeiten stünden den Unternehmern offen, um die Margenerosion zu bewältigen, sagte er an der Generalversammlung: Die Preise zu erhöhen oder die Kosten zu senken.

Da die erste Massnahme fast unmöglich sei, müssten Restrukturierungen, Personalreduktionen oder Auslagerungen umgesetzt werden. «Das ist nicht angenehm und in den meisten Fällen irreversibel. Um Standort und Werkplatz Schweiz zu retten, sind sie jedoch überlebenswichtig.» Ferner plädierte Kuhn, der als Geschäftsleiter die Migros-Verteilbetrieb Neuendorf AG führt, für mehr Selbstverantwortung. Das bedeute, dass Hilfestellungen primär durch die Betroffenen selbst, dann durch das private Umfeld, dann durch kommunale Strukturen und nur ausnahmsweise durch den Staat erbracht werden. Leider habe dieses Prinzip gelitten, wie die rasant steigenden Staatsausgaben belegten.

Mehr Staat bedeute auch mehr Regulierung. «Eine übermässige Regulierung verdrängt die Selbstverantwortung.» Das Wirtschaftswachstum müsse höher liegen als die Staatsausgaben. Entweder würden die Kostensteigerungen beim Staat eingedämmt oder mit geeigneten Rahmenbedingungen die Wirtschaft angekurbelt. Am besten beides. «Wir wollen zu besseren Standortbedingungen beitragen», nahm Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler in ihrer Grussbotschaft den Ball auf. Die Regierung sei gewillt, einen Teil der am «Runden Tisch» diskutierten Massnahmen gegen die Frankenstärke umzusetzen (wir berichteten).

Sie rief die Unternehmer dazu auf, sich mit konkreten Anliegen zu melden. Unabhängig vom Wechselkurs gebe es weitere grosse Herausforderungen zu meistern, wie die Folgen der Masseneinwanderungsinitiative oder der Fachkräftemangel. Gassler appellierte ihrerseits an die Selbstverantwortung der Unternehmer. Es gelte, Menschen, die nicht auf der Sonnenseite stehen, besser zu integrieren, die Nachholbildung zu fördern und für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sorgen.

An der 141. Generalversammlung wurden Präsidium und Vorstand für eine neue Wahlperiode gewählt. Hans Kuhn wurde als Präsident bestätigt. Kurt Loosli demissionierte als Vize-Präsident, bleibt aber im Vorstand. Als Vizepräsidenten wurden Adrian Flury (bisher) und Roy Nussbaum (neu) gewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurden Daniel Aebli, Stefan Finckh, Werner Held, Simon Michel und Sven Zybell. Demissioniert haben Lorenz Altenbach und Rudolf Steiner. (FS)

Aktuelle Nachrichten