Unfallforschung
Gleich zwei schwere Unfälle innert weniger Tage: Wie gefährlich sind E-Bikes?

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In den letzten Tagen gab es im Kanton Solothurn gleich zwei Unfälle mit E-Bikes. Am Sonntag musste in Balsthal ein Rega-Helikopter einen 65-jährigen Mann mit schweren Kopfverletzungen ins Spital fliegen.

Am Dienstag zog sich ein 17-Jähriger in Lüterkofen-Ichertswil mittelschwere Verletzungen zu, als er mit seinem E-Bike über die Kreuzung hinaus fuhr.

Das sind gleich zwei Unfälle mit E-Bikes, die nicht glimpflich ausgegangen sind.

2015 gab es in der Schweiz 163 Schwerverletzte durch Unfälle mit E-Bikes. 14 Personen starben. In den Jahren zuvor waren es weit weniger. Pro Jahr wurden durchschnittlich lediglich fünf Personen getötet. Ist das Fahren mit Elektrovelos also gefährlicher geworden?

«Wir gehen nicht davon aus», sagt Andrea Uhr, Unfallforscherin bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu), gegenüber TeleM1. Es seien schlichtweg mehr E-Bike-Fahrer unterwegs. 66'000 neue E-Bikes wurden laut dem Regionalsender im letzten Jahr verkauft.

Laut Unfallforscherin Andrea Uhr kann man grundsätzlich noch nicht sagen, ob das Fahren mit Elektrovelos gefährlicher sei als mit normalen Velos. «Diese Daten fehlen noch.» (ldu)

Die Tipps des bfu:

- Wählen Sie ein E-Bike mit einer Tretunterstützung, die Ihrem Fahrkönnen entspricht. Falls Sie Ihr herkömmliches Fahrrad zu einem E-Bike aufrüsten, bedenken Sie die erhöhten Belastungen. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten.

- Seien Sie sich der längeren Anhaltewege bewusst, insbesondere, wenn Sie Kinder transportieren.

- Andere Verkehrsteilnehmende unterschätzen die Geschwindigkeit von E-Bikes. Fahren Sie deshalb defensiv. Mit eingeschaltetem Licht werden Sie zudem besser gesehen.

- Tragen Sie einen Velohelm

Quelle und mehr Informationen: bfu