Gewerbeparkkarte

Gleich lange Spiesse für alle Handwerker in der Region

Für 250 Franken können Handwerker ab 2015 in Basel-Stadt (im Bild: beim Rümelinsplatz) und Baselland parkieren. Die Wirtschaftsverbände beider Basel setzen sich dafür ein, dass das Parkregime auf die Nachbarkantone ausgedehnt wird. (Archiv)

Für 250 Franken können Handwerker ab 2015 in Basel-Stadt (im Bild: beim Rümelinsplatz) und Baselland parkieren. Die Wirtschaftsverbände beider Basel setzen sich dafür ein, dass das Parkregime auf die Nachbarkantone ausgedehnt wird. (Archiv)

Die Gewerbeparkkarte erlaubt Handwerkern ab 2015, in beiden Basel unbeschränkt zu parkieren. Die Baselbieter Wirtschaftskammer möchte dieses Regime auf Solothurn und den Aargau ausdehnen.

Am 18. Mai sagten die Baselbieter mit 85 Prozent deutlich Ja zur kantonalen Gewerbeparkkarte, die zusammen mit Basel-Stadt eingeführt wird. Als Handwerker kann man ab dem nächsten Jahr für 100 Franken in Baselland unbeschränkt parkieren, für 200 Franken in Basel-Stadt. Und die bikantonale Parkkarte gibts ab dem nächsten Jahr für 250 Franken.

Profiteure dieses Abstimmungserfolgs sind die KMU. Und deren Lobby, die Wirtschaftskammer, will den Schwung gleich mitnehmen und die Gewerbeparkkarte auf die Nachbarkantone und sogar aufs grenznahe Ausland ausdehnen. «Es geht grundsätzlich darum, für alle beteiligten KMU gleich lange Spiesse zu schaffen, unabhängig von ihrem Standort und ihrem Arbeitsort», begründet Wirtschaftskammer-Direktor Christoph Buser eine dahingehende Interpellation.

Denn: Von der Einführung der Gewerbeparkkarte im Baselbiet und im Kanton Basel-Stadt profitierten die Handwerker der ganzen Region. Gleichzeitig müssten die Basler und Baselbieter Handwerker beispielsweise im Fricktal fortan einzelne Gemeindeparkkarten kaufen. Rheinfelden beispielsweise habe einen Höchstpreis von 800 Franken für die Jahreskarte festgelegt.

Und in Stein würden für 10 bis 20 Franken neue Tageskarten eingeführt. «Dies belegt, dass die Baselbieter KMU in Zukunft durch Gemeindeparkkarten in umliegenden Gemeinden eher stärker als weniger belastet werden.» Buser räumt zwar ein, dass die Beträge im Einzelfall relativ gering sind, in der Summe aber bedeutend seien.

Basler zeigen Sympathien

Zwar gibt es keine Zahlen: Doch hätten die Baselbieter Handwerker auch Einsätze in den Nachbarkantonen und – trotz höherer Preise – sogar im Elsass und im süddeutschen Raum, betont Buser.

Für ihn scheint es aber in erster Linie eine Prinzip-Frage. «Ich will nicht einfach einen möglichst grossen Geltungsbereich für die Gewerbeparkkarte. Wenn wir diskriminierungsfreien, unbürokratischen und günstigen Zugang zur Gewerbeparkkarte gewähren, erwarten wir das Gegenrecht von unseren Partnern.» Das könne auch mit ihrem «Regime» passieren.

Während eine Ausdehnung des Parkregimes auf die ganze Nordwestschweiz nicht bei allen Nachbarn auf Begeisterung stösst (siehe Texte unten), hegt der Basler Gewerbeverband für das Anliegen Busers durchaus Sympathien. «Wenn neben der Stadt auch immer mehr Gemeinden mit der Parkraumbewirtschaftung anfangen, dann ist der Vorstoss von Christoph Buser umso sinnvoller», sagt Patrick Erny, Projektleiter Politik beim Gewerbeverband Basel-Stadt. Bisher sei es undenkbar gewesen, dass beispielsweise kleinere Gemeinden im Oberbaselbiet eine Parkraumbewirtschaftung betrieben.

Erny ist wie Buser der Meinung, dass sämtliche Handwerkerbetriebe die gleichen Voraussetzungen haben sollten. Sollte beispielsweise Rheinfelden 800 Franken für eine Gewerbeparkkarte verlangen, dann sei das im Vergleich zu den 250 Franken für die bikantonale Parkkarte «ein Wahnsinn». Auch er hält eine einheitliche Regelung über die Kantons- und sogar Landesgrenzen hinaus für sinnvoll. Dies im Bewusstsein, dass ein solcher Prozess «lange dauern wird», wie Erny ausführt.

Meistgesehen

Artboard 1