«Saldo»
Glace aus 30 Gelaterias auf Bakterien und Keime getestet – die Solothurner bestehen

«Saldo» hat in verschiedenen Gelaterias Vanille-Glace testen lassen. Gute Nachricht: Die Glaces der vier Solothurner Gelaterias im Test waren allesamt appetitlich. Am besten schneidet die Vitaminstation ab.

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Das getestete Gelati von der Vitaminstation ist einwandfrei. (Archiv)

Das getestete Gelati von der Vitaminstation ist einwandfrei. (Archiv)

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Das Konsumentenmagazin «Saldo» hat den Test in neun Schweizer Städten und im deutschen Kon­stanz durchgeführt. Insgesamt in 30 Gelaterias wurden je zwei Kugeln Vanilleglace gekauft und auf Bakterien und Gesamtkeimzahl getestet.

Die Ergebnisse aus dem Labor zeigen: Gefährliche Bakterien wie Salmonellen, Kolibakterien und Staphylokokken wurden nirgends gefunden. Das ist die gute Nachricht. Schlecht ist, dass in den Proben von fünf Gelaterias eine erhöhte Anzahl Enterobakterien, welche hauptsächlich im Darm leben, nachgewiesen wurden. «Saldo» orientierte sich bei ihrem Test, deren Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift veröffentlicht wurden, an den etwas strengeren Richtlinien der deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, bei denen 50 Enterobakterien pro Gramm (KBE/g) erlaubt sind.

Keine Darmbakterien

Auch im Kanton Solothurn wurden Glace-Läden in den Test aufgenommen; drei in der Stadt Solothurn, einer in Olten. Alle liegen im grünen Bereich und weisen weniger als 10 Enterobakterien pro Gramm auf. Sie erfüllen somit die Anforderungen. Bei der Gesamtkeimzahl pro Gramm gibt es jedoch grosse Unterschiede. Hier schwankt die Zahl zwischen unter 1000 und 44'000.

Die Vitaminstation ist vorbildlich. Bei der Gelateria Olten und der Gelateria Pizzeria Italia wurden 5000 bzw. 6000 Keime pro Gramm nachgewiesen. Die Glace mit den meisten Keimen im Test stammt aus der Solaare Bar. Wobei auch dieser Wert noch deutlich unter der von der deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie erlaubten Limite von 100'000 KBE/g für offen verkaufte Glace liegt.

«Eine unprotokollierte Probe»

Die Gelateria di Berna in Zürich überschreitet den von der deutschen Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie erlaubten Wer mit 210 KBE/g massiv, wie aus dem Bericht hervorgeht. Die Gelateria di Berna betont, dass ihr Wert einzig einen deutschen Richtwert überschritt, der «als absolut unproblematisch» gilt. «Wer uns kennt, weiss, dass wir der Hygiene und dem Produkt allererste Priorität einräumen. Keine unserer ‹offiziellen› und freiwilligen Proben haben je Anlass zu Beanstandungen gegeben.»

Gesamtkeimzahl erhöht sich, wenn:

- die Glace nicht kühl genug transportiert oder gelagert wird

- Mitarbeiter den Schöpflöffel zur Reinigung nur in stehendes Wasser tauchen, besser wäre fliessendes Wasser

Die Gelateria habe sogleich die Vanille-Glace nachgeprüft, welche keinerlei Anlass zu Beanstandungen gegeben habe. «Insofern muss davon ausgegangen werden, dass Saldo hier eine unprotokollierte Probe, ohne die entsprechende Kühlkette in einem inoffiziellen, privaten Labor untersuchen liess.»

«Saldo» seinerseits reagiert auf diese Aussage folgendermassen: «Erfahrene Testredaktoren kauften bei 30 Verkaufsstellen zwei Kugeln Vanilleglace. Die Proben wurden mit sterilem Besteck gleich nach dem Kauf in sterile Becher gefüllt und in Kühlboxen innerhalb von drei Stunden ins Labor gebracht. Beim Labor handelt es sich um ein Schweizerisches Lebensmittel-Labor mit gültiger Akkredditierung der staatlichen Akkreditierungsstelle SAS.»

Die Dieci Gelateria und die Conditorei Caredda in Zürich, das Eiscafé Nicoletti in Konstanz und die Coffee Lounge Zentrum in Kreuzlingen weisen ebenfalls einen zu hohen Wert an koloniebildenden Einheiten auf.

(ldu)