Kanton Solothurn

Gibt es die Bubenwoche bald nicht mehr?

Gibt es die Bubenwoche bald zum letzten Mal?

Gibt es die Bubenwoche bald zum letzten Mal?

Im nächsten Jahr will das Alte Spital die Bubenwoche nicht mehr organisieren. Der Grund dafür ist, dass der Kanton seinen Beitrag massiv gekürzt hat. Im April geht deshalb mit grösster Wahrscheinlichkeit die letzte Bubenwoche über die Bühne.

Schon dieses Jahr habe dem Projekt das Aus gedroht, sagt Eva Gauch, Leiterin des Alten Spitals. Denn die Kürzung gilt bereits jetzt - und kam überraschend kurzfristig, wie das Alte Spital in seinem Infoblatt schreibt. 2013 übernimmt das Kulturzentrum die Kosten selbst. «Wir haben in den letzten Jahren sehr gut gearbeitet und konnten Rückstellungen machen. Sonst hätte es 2013 keine Bubenwoche mehr gegeben», sagt Gauch.

Seit 2007 organisiert das Alte Spital das Jugendangebot. 33 genderspezifische Workshops hat die Bubenwoche letztes Jahr für Knaben zwischen 12 und 18 angeboten. Von Kochen über Rappen bis zum Kanufahren. Der Kanton hat bisher immer 30 000 Franken aus dem Lotteriefonds beigesteuert.

«Kommunales Projekt»

«Das Projekt hat eher Kinder und Jugendliche angesprochen, die bessergestellt sind», begründet Ursula Brunschwyler, stellvertretende Chefin des Amtes für soziale Sicherheit (ASO), die Kürzung. «Bei so viel Geld für eine Woche müssen wir uns fragen, wie nachhaltig etwas ist. Die Woche ist zwar toll, kostet aber viel.» Hinzu komme, dass die Bubenwoche eigentlich ein kommunales Projekt sei, das vor allem im Einzugsgebiet von Solothurn wahrgenommen worden sei. «Der Kanton unterstützt aber nur Projekte, die flächendeckend im Kanton oder mindestens in zwei oder drei grösseren Orten stattfinden», erklärt Brunschwyler. Das Alte Spital habe diese Abdeckung jedoch nicht anbieten können.

Der Kanton hat deshalb auch Auflagen gemacht: Man habe klargemacht, dass es eine Finanzierung nur mit einem weiteren Standort gebe, sagt Gauch. «Man hat mehr verlangt, will aber weniger zahlen. Die Beiträge wurden nicht so erhöht, wie man dies vermuten könnte.» Zwar habe es im Alten Spital Überlegungen gegeben, mit einem Veranstalter in Olten zusammenzuarbeiten, sagt Gauch. Doch es sei schwierig gewesen, einen solchen zu finden. Bereits dieses Jahr tritt das Alte Spital nicht mehr als Träger der Bubenwoche auf - «auf Druck des Kantons», heisst es im Infoblatt. Offizielle Trägerin ist die kantonale Jugendförderung, die auch die Mädchenwoche durchführt. Das Alte Spital ist nur noch Subunternehmerin.

Auch Mädchenwoche gefährdet?

Von den Kürzungen könnte bald auch das Pendant der Bubenwoche, die Mädchenwoche, betroffen sein. Sie ist seit 2006 unter dem Dach der Jugendförderung - und findet an drei Standorten statt: In Solothurn, Olten und Dornach. Hier bezahlt der Kanton je 20 000 Franken für die beiden Wochen in Solothurn und Olten. Die Mädchenwoche in Dornach erhält als Gemeinschaftsprojekt mit dem Kanton Baselland 10 000 Franken.
Ursula Brunschwyler lässt durchblicken, dass der Betrag von 20 000 Franken pro Mädchenwoche in Zukunft nicht gesichert ist, sondern auch mit Kürzungen zu rechnen sei. «Wir müssen schauen, wie nachhaltig man eine Zielgruppe mit einem Projekt erreicht.»

Vorerst kann der Kanton an der Finanzierung der Mädchenwoche nichts ändern. Denn der Betrag von 20 000 Franken ist im Mandat der Jungendförderung vertraglich festgelegt. Allerdings läuft dieser aus und muss neu verhandelt werden. Immerhin: Bei einer neuen Leistungsvereinbarung sei aber damit zu rechnen, dass die Buben- und Mädchenwoche aus Gründen der Chancengleichheit gleich behandelt werden, sagt Brunschwyler.Ob die Bubenwoche 2014 stattfindet, ist aber unklar. Marcus Casutt, Leiter der Jugendförderung, zeigt sich zwar grundsätzlich offen. Tatsächlich hänge eine weitere Durchführung aber davon ab, ob das bisherige Team bei der Vergabe der Leistungsvereinbarung wieder zum Zug komme. Zudem hänge es auch von der finanziellen Unterstützung des Kantons ab. Casutt lässt durchblichen, dass 10 000 Franken für die Organisation der sehr personalintensiven Woche nicht gerade viel ist.

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