Fachhochschule Nordwestschweiz

Gewerkschaft VPOD kritisiert Fachhochschule: «Haltlose Abqualifizierung»

Es sei zentral, dass die PH FHNW endlich lerne, «die Bedürfnisse der Praxis und der Praxislehrpersonen wirklich ernst zu nehmen», schreibt die Gewerkschaft VPOD. (Symbolbild)

Es sei zentral, dass die PH FHNW endlich lerne, «die Bedürfnisse der Praxis und der Praxislehrpersonen wirklich ernst zu nehmen», schreibt die Gewerkschaft VPOD. (Symbolbild)

Die Gewerkschaft VPOD übt in einer Mitteilung aussergewöhnlich heftige Kritik an der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz. Diese hatte letzte Woche einen Mangel an Praxislehrkräften beklagt.

«Der Mangel an Praxislehrkräften ist hausgemacht», schreibt die Gewerkschaft VPOD in einer Mitteilung. Die Fachhochschule erwecke in ihrem Bericht den Eindruck, «der eklatante Mangel an Praxislehrkräften für die Ausbildung des Lehrernachwuchses hänge einzig und allein mit der Zunahme der Studierendenzahlen um 20 Prozent zusammen.»

Dieser Eindruck sei falsch. Die Hauptgründe liegen «vor allem in der chaotischen und ineffizienten Organisation der Praxisausbildung sowie an einem despektierlichen Umgang mit den bewährten Praxislehrpersonen». Viele hätten sich deshalb aus der Betreuungsaufgabe zurückgezogen.

Jüngster Beleg für den «verächtlichen Umgang», der mit den Praxisausbildnern gepflegt werde, sei ein kürzlich veröffentlichter Bericht des Fachhochschulrates. Darin heisst es, dass es bisher in den Praktika «eher um das Erlernen von Rezepten» gegangen sei, während heute «Studierende und Praxislehrpersonen Lerngemeinschaften» bildeten.

Gleichzeitig wird behauptet, wer sich aus der Praxisbetreuung zurückziehe, wolle sich eben nicht weiterbilden. «Diese haltlose Abqualifizierung verhöhnt das Engagement zahlreicher Kolleginnen und Kollegen, die sich seit Jahren für einen guten Lehrernachwuchs einsetzen», so der VPOD.

Er verlangt vom Fachhochschulrat eine Entschuldigung. Die Gewerkschaft kritisiert weiter, dass sich oft drei bis vier Studierende einen Platz teilen müssten. Eine Qualitätssicherung gebe es nicht. «Man nimmt als Praxislehrperson, wen man gerade bekommt.»

Zudem sei der Informationsfluss vonseiten der PH ungenügend. Auf Fragen und Kritik von Praxislehrpersonen werde «oft unwirsch und abkanzelnd reagiert». Es sei zentral, dass die PH FHNW endlich lerne, «die Bedürfnisse der Praxis und der Praxislehrpersonen wirklich ernst zu nehmen», so der VPOD abschliessend. (szr)

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