Gewerbeverband
Gewerbeverbands-Präsident Kissling kündigt seinen Rücktritt an

An der Delegiertenversammlung des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbandes (KGV) in Balsthal hat Präsident Rolf Kissling am Donnerstagabend bekannt gegeben, dass er im März 2013 sein Amt zur Verfügung stellen wird.

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Tritt nach 15 Jahren zurück: Rolf Kissling

Tritt nach 15 Jahren zurück: Rolf Kissling

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Bei seinem Rücktritt könne er auf genau 15 Amtsjahre als Präsident zurückblicken. «Das sind genug, ich möchte Platz machen für neue Kräfte», so der 52-Jährige Kissling. Inzwischen wurde vom Vorstand des KGV eine dreiköpfige Findungskommission eingesetzt, welche nach einem geeigneten Nachfolger Ausschau halten soll. Als ein Pflichtfach für einen Kandidaten erachtet Kissling den Einsitz im Kantonsrat. «Dieses Netzwerk und Erfahrungen in der Arbeitswelt sind für das KGV-Präsidium enorm wichtig.» Bis im Herbst dieses Jahres will die Kommission wählbare Kandidatinnen und Kandidaten präsentieren.

KGV wehrt sich gegen Steuererhöhung

Ein heisses Thema beim KGV ist das am Dienstag vorgestellte vorsorgliche Massnahmenpaket zur Stabilisierung des Staatshaushaltes. Gegen die von der Regierung anvisierte Steuererhöhung von 100 auf 108 Prozent wird sich der KGV zur Wehr setzen. «Soll der Kanton denn vom drittletzten Platz noch auf den allerletzten Platz in Sachen Steuerbelastung abrutschen?», so Kissling. Auch weitere Massnahmen bezeichnete er als Rückschritte - etwa den Verzicht auf die Einführung von Frühenglisch.

Zweifel an Spareffekt

Auch Geschäftsführer Andreas Gasche griff das Thema auf. Kein gutes Haar liess er an der Massnahme, dass die Regierung auf das externe Lehrstellenmarketing des KGV verzichten respektive diese Aufgabe wieder in die Verwaltung holen wolle. Gasche zweifelt insbesondere den Spareffekt von rund 500 000 Franken (über vier Jahre) an. Nicht definitiv in Frage stelle er die Streichung von Lektionen im Deutsch- sowie Werkunterricht in der Primarschule. Seine spitzen Bemerkungen aber dazu: «Haben Sie schon einmal die Deutschkenntnisse eines durchschnittlichen Sek-E-Schülers gesehen?» Und: «Wie um Himmels willen sollen wir im Gewerbe künftig Handwerker erhalten, wenn sie schon in der Grundstufe nicht mehr lehren, mit Werkzeugen umzugehen.» (eva, mz)

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