Jene nämlich, ob der mächtige Verband mit rund 4000 Mitgliedern eher von einem Politiker mit Einzelfirma oder eher von einem Vollblut-Unternehmer geführt werden soll, der weder einer Partei noch einer Behörde oder einem Parlament angehört.

Das Verdikt der Präsidentenkonferenz ist klar: Christian Werner, selbstständiger Rechtsanwalt und Notar, SVP-Fraktionspräsident im Kantonsrat und Mitglied des Zentralvorstands, soll auf die ehemalige FDP-Parlamentarierin und Gewerbetreibende Marianne Meister folgen. Einen Zufallsentscheid haben die Gewerbepräsidenten nicht gefällt, im Gegenteil. Sie haben die interne der externen Lösung vorgezogen – und damit auch ein deutliches Signal ausgesendet: Der Gewerbeverband soll mit seinem Präsidenten dort Politik machen, wo Gesetze entstehen – im kantonalen Parlament. Oder, anders gesagt: Sie wollen nicht von einem parteilosen Nicht-Parlamentarier vertreten werden.

Spannend zu verfolgen sein wird dies: Gelingt Christian Werner der Wechsel vom Partei- zum Interessenpolitiker? Und: Wie funktionieren Gewerbeverband und Handelskammer künftig zusammen? Auch wenn Gewerbe nicht gleich SVP und Industrie nicht gleich FDP bedeutet: Es geht nie nur um die Vertretung der Interessen an sich, sondern auch darum, wer auf dem Töff und wer im Seitenwagen sitzt, oder?

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