Interview
Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner: «Maskenpflicht in den Läden würden wir befürworten»

Maskenpflicht an den Schulen und steigende Fallzahlen: die Solothurner Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner im Interview zur aktuellen Lage im Kanton.

Rebekka Balzarini
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Die Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner appelliert an die Eigenverantwortung.

Die Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner appelliert an die Eigenverantwortung.

Michel Lüthi

Die Neuinfektionen sind im Kanton in der letzten Woche deutlich stärker angestiegen als in den Vorwochen. Muss sich die Bevölkerung Sorgen machen?

Susanne Schaffner: Die Fälle sind unter anderem wegen der Reiserückkehrer gestiegen. Wichtig ist immer das Gleiche: die Schutzmassnahmen konsequent einhalten. Wir dürfen nicht nachlassen, auch wenn wir müde sind.

Fürchten Sie, dass sich viele Reiserückkehrende gar nicht melden?

Es ist klar, dass es eine Dunkelziffer gibt. Wir haben deshalb eine Kampagne gemacht, um die Reiserückkehrenden an die Quarantäne zu erinnern. Wir appellieren an die Eigenverantwortung und hoffen, dass sich die Leute daran halten.

Der Aargau lässt sich Daten direkt vom Flughafen in Zürich schicken, Solothurn wartet noch zu. Warum?

Es gibt noch Bedenken bezüglich Datenschutz. Wir wollen keine Daten von der Kantonspolizei Zürich bestellen, die nicht rechtmässig sind. Diese Prozesse werden momentan überprüft. Für unseren Kanton wären auch vollständige Passagierlisten des Flughafens Basel-Mulhouse interessant.

Solothurn arbeitet bezüglich der Schutzmassnahmen eng mit den Nachbarkantonen zusammen. Wäre ein Alleingang denkbar?

Soweit es geht, koordinieren wir die Massnahmen. Die Entwicklung in den Kantonen ist aber unterschiedlich. Wenn es nötig wird, dann können wir bei uns strengere Massnahmen umsetzen. Maskenpflicht in den Läden wäre ein Schritt, den wir befürworten würden. (rba)

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