Gesundheit
Pizza gegen Blutspende: Es braucht mehr Junge, die Blut spenden, um Engpass zu verhindern

Die Stiftung Blutspende SRK Aargau-Solothurn rief in der vergangenen Woche zur Solidarität auf, um die Versorgung der Spitäler mit Blut sicherzustellen. Nun haben sich viele Spenderinnen und Spender gemeldet. In Zukunft sollen aber mehr junge Menschen damit beginnen, sich mit dem Thema zu befassen.

Rebekka Balzarini
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Vor allem jüngere Personen sollen in Zukunft für eine Blutspende gewonnen werden.

Vor allem jüngere Personen sollen in Zukunft für eine Blutspende gewonnen werden.

Irene Infanger

«Wir stellen eine grosse Solidarität fest», schreibt Barbara Mihm, die operative Leiterin der Stiftung Blutspende SRK Aargau-Solothurn. Zahlreiche Spenderinnen und Spender hätten sich nach dem Aufruf in der vergangenen Woche bei der Stiftung gemeldet und einen Termin für eine Blutspende vereinbart.

Damit sind die Blutreserven in den Kantonen Aargau und Solothurn vorübergehend wieder besser gefüllt, nachdem laut der Stiftung in der vergangenen Woche 40 Prozent Blut fehlten. Weil Blut nicht lange haltbar ist und nicht künstlich hergestellt werden kann, mussten schnell Spenderinnen und Spender gefunden werden.

Als Grund für den Engpass vermutete die Stiftung in ihrer Mitteilung letzte Woche übrigens die Ferienzeit und das Ende der Schutzmassnahmen in der Pandemie – viele Menschen würden ihre Freizeit geniessen und nicht an eine Blutspende denken.

Gesucht: Junge Spenderinnen und Spender

Damit in den Kantonen nicht jeden Sommer Blut fehlt, müssen aber auch langfristig mehr Personen gefunden werden, die regelmässig Blut spenden. Im Fokus der Stiftung: die junge Bevölkerung. «Unser Spenderstamm muss zwingend verjüngt werden», schreibt Barbara Mihm. Viele ältere, regelmässige Spenderinnen und Spender müssten mittlerweile aus Alters- oder Gesundheitsgründen von einer Blutspende ausgeschlossen werden. In den Kantonen Aargau und Solothurn brauche es rund 300 Personen mehr, die regelmässig Blut spenden.

Um die jüngere Bevölkerung für eine Blutspende zu gewinnen, läuft laut Mihm seit Mitte Juli eine Aktivierungskampagne auf Social Media und Plattformen wie Youtube. «Wir schalten unsere Werbung hauptsächlich dort, wo sich die jungen Menschen auch digital bewegen. Bis Ende Jahr sind weitere Kampagnen geplant», schreibt Mihm. Zudem würden Blutspendeaktionen an Schulen durchgeführt, und per 2023 sollen Termine für eine Blutspende online reserviert werden können.

Hilfe aus den Nachbarkantonen

Bei einem Engpass bei den Blutreserven helfen sich die Kantone jeweils gegenseitig aus. Die Kantone Aargau und Solothurn haben während des Engpasses in den vergangenen Wochen etwa Blut aus der Region Basel bezogen, wie die «bz» Basel in diesen Tagen schrieb. Denn während die Spenderinnen und Spender in den Kantonen Aargau und Solothurn im Sommer bis zum Aufruf der Stiftung Blutspende Aargau-Solothurn eher zurückhaltend waren, kamen in den Anfangszeiten der Pandemie enorm viele Baslerinnen und Basler zum Blutspenden.

«An einem Spitzentag zählten wir über 90 Personen, die zu uns ins Zentrum kamen. Man traf sich quasi zum Blutspenden, wollte etwas Gutes tun und machte ein Event daraus», so Chefarzt Andreas Buser und Geschäftsführer von Blutspende SRK beider Basel gegenüber der «bz». Dieser grosse Ansturm habe dazu geführt, dass Basel während ein paar Wochen Blutreserven im Überfluss gehabt habe, da die Spitäler teilweise wegen Corona viele Operationen nicht durchführen konnten.

Um einen Engpass während der Ferien zu überbrücken, liess man sich in Basel ausserdem etwas Besonderes einfallen: Die Stiftung Blutspendezentrum SRK beider Basel organisierte eine Aktion in einem Pizzageschäft. Wer zu zweit zur Blutspende kommt, darf eine Pizza mit nach Hause nehmen. Ähnlich wie in den Kantonen Aargau und Solothurn stehen auch in der Region Basel junge Menschen im Fokus der Rekrutierung. Das Blutspendezentrum ist deshalb auf Instagram aktiv, und hat laut der «bz »die Werbung und die Kommunikation «generell» verjüngt.