Anonymisierung
Gesicht reicht nicht: Wildpinkler von Walterswil ist auf Google Street View zu wenig verpixelt

Ein Wildpinkler auf dem Autobahnrastplatz bei Walterswil wurde von einem Fahrzeug von Google Street View inflagranti erwischt. Laut dem ehemaligen Datenschützer Hanspeter Thür wurde er zu wenig verpixelt.

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Ganze Orte per Mausklick erkunden; Google Street View machts möglich. Ein automatisiertes System macht dabei Menschen und auch Firmenlogos und Autonummern unkenntlich. Aber manchmal ist der Schutz nicht gut genug. Wie zum Beispiel auf dem Autobahn-Rastplatz in Walterswil. Dort hat ein Fahrzeug von Google Street View einen Mann beim Wildpinkeln ertappt. Jeder, der nun mit dem Internet-Dienst die Strecke abfährt, sieht den Mann im weissen Tshirt mit den Händen im Schritt.

Für den ehemaligen Datenschützer Hanspeter Thür ist das eine klare Persönlichkeitsverletzung. «Google müsste hier die ganze Person unkenntlich machen», sagt er gegenüber TeleM1.

Thür in seiner Funktion als Eidgenössischer Datenschützer mit Google verhandelt. Er hatte einerseits vor Bundesgericht durchgesetzt, dass Passanten oder Hausbewohner informiert werden, bevor Bilder für Google Street View aufgenommen werden. Auch hatte sich Google verpflichtet, sensible Daten wie erkennbare Gesichter oder Autokennzeichen zu anonymisieren.

Der Fall Walterswil gehört zu denjenigen Fällen, in denen die automatische Anonymisierung nicht einwandfrei funktioniert. Hier sehe man die ganze Person, erklärt Hanspeter Thür. «Da reicht eine oberflächliche Verpixelung des Gesichts nicht aus.»

Wenn sich abgebildete und blossgestellte Personen beschweren wollen, können sie dies direkt per Antrag an Google tun. So kann auch verlangt werden, Autonummern oder gar ein komplettes Haus unkenntlich zu machen. (ldu)