Gerlafingen

Gerlafingen stellt klar: «Wir wollen hier kein Asylbewerberzentrum»

Asylzentrum Nein - Gerlafinger wehren sich

Asylzentrum Nein - Gerlafinger wehren sich

In einem Treffen mit den kantonalen Behörden wurde über das geplante Asylbewerberzentrum gesprochen. Dabei wurde nochmals klargemacht, dass die Gemeinde mit allen Mitteln gegen das Zentrum kämpfen wird.

Am Dienstag trafen sich die kantonalen Behörden sowie die Gerlafinger Behörden und sprachen über das geplante Asylbewerberzentrum. «Es ging dabei um ein Treffen der Fachbehörden. So war unsere Baukommission vertreten», erklärt Gemeindepräsident Peter Jordi. Ein Treffen auf politischer Ebene – mit Amtsleiter Marcel Châtelain und Regierungsrat Peter Gomm – werde nach den Sommerferien ebenfalls stattfinden.

Kanton will das Zentrum im Winter eröffnen

«Wir wissen jetzt nicht mehr als vor dem Treffen», so Jordi auf Anfrage. Es sei aber wichtig gewesen, die kantonalen Behörden persönlich zu sehen und vor Ort zu treffen. «Der Kanton sieht den ‹Gerlafingerhof› als einzige realisierbare Variante für ein Durchgangszentrum.» Geht es nach dem Willen des Kantons, wird das Zentrum im Winter eröffnet.

«Und für uns ist klar, wir wollen das Asylbewerberzentrum nicht in unserer Gemeinde. Wir haben den Auftrag der Bevölkerung, uns dagegen zu wehren. Bereits wurden Hunderte von Unterschriften gesammelt, die dies bekräftigen. Auch an der Gemeindeversammlung wurde deutlich gesagt, dass wir uns wehren sollen.» Auch auf Facebook wird gegen das Asylbewerberzentrum Stimmung gemacht. Am 5. Juli ist die Gruppe «Asylzentrum in Gerlafingen NEIN» Facebook beigetreten.

Andere Orte prüfen

Beim Treffen wurde dem Kanton eröffnet, dass die Gerlafinger Baubehörden ein Umnutzungsgesuch verlangen werden. Darin sollen verschiedene Fragen beantwortet werden. Wie viele Betten in einem Zimmer stehen, wie die sanitären Einrichtungen aussehen, wo ein Aufenthaltsraum geplant ist. Auch ein Betriebskonzept gehört für Jordi dazu.

«Wie werden die Leute beschäftigt?», sei eine der Fragen. «Der Kanton hat Liegenschaften, die ihm gehören, die «Krone» in Solothurn, das Kapuzinerkloster. Wieso können die Asylbewerber nicht dort untergebracht werden», fragt sich Jordi. Auch das Borregaard-Areal sei eine Variante. «Es muss nicht unbedingt Gerlafingen sein.» Alternativen sollten geprüft werden.

Projekt wird weiterverfolgt

Claudia Hänzi, Leiterin Sozialleistungen und Existenzsicherung im Amt für soziale Sicherheit (ASO), bestätigt auf Anfrage, dass das Projekt «Gerlafingerhof» weiterverfolgt werde. «Wir haben uns vor Ort informieren lassen. Wir wissen jetzt beispielsweise, dass ein Umnutzungsgesuch eingereicht werden muss.»

Die Gespräche in Gerlafingen seien hart, aber fair geführt worden, betont Hänzi weiter. Angesprochen auf die Vorschläge für andere Unterbringungsmöglichkeiten, meint sie: «Die meisten dieser Orte haben wir bereits geprüft.»

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