Das zeigt die Klassifikation der Einwohnergemeinden zur Berechnung des staatlichen Anteils an den Besoldungskosten für die Lehrkräfte an der Volksschule und an Musikschulen, die der Regierungsrat diese Woche verabschiedet hat.

Im Durchschnitt trägt der Kanton 43,75 Prozent der Lehrerbesoldungskosten. Die Beitragssätze der einzelnen Gemeinden richten sich aber nach der Steuerkraft und den effektiven Lohnkosten. Sie können sich jedes Jahr ändern, doch bewegt sich die Veränderung meistens innerhalb von wenigen Prozentpunkten. Im Jahr 2015 werden aber sieben Gemeinden einen um mindestens 10 Prozentpunkte höheren Beitrag erhalten als 2014. Es sind dies Gänsbrunnen (neu 67 Prozent, statt 54 Prozent im laufenden Jahr), Selzach (31 statt 18 Prozent), Hüniken (66 statt 54 Prozent), Schönenwerd (62 statt 50 Prozent), Gerlafingen (70 statt 59 Prozent), Gempen (53 statt 43 Prozent) und Lüterkofen-Ichertswil (49 statt 39 Prozent).'

In absoluten Zahlen darf Schönenwerd (4910 Einwohner) mit fast 700 000 Franken mehr rechnen als 2014, nämlich mit gut 2,6 Mio. statt 1,933 Mio. Franken. Sogar gut 850 000 Franken höher als im laufenden Jahr wird der Staatsbeitrag für Gerlafingen (4954 Einwohner) ausfallen. Für das kleine Gänsbrunnen (102 Einwohner) macht der prozentual starke Anstieg dagegen nur rund 14 000 Franken aus.

Umgekehrt sind es nur zwei Gemeinden, die 2015 mehr als 10 Prozent tiefere Beiträge erhalten, allerdings ist der Sprung in beiden Fällen massiv: Für Boningen sinkt der Beitragssatz von 47 auf 29 Prozent, für Lohn-Ammannsegg von 31 auf 15 Prozent. Im Fall von Boningen (731 Einwohner) macht das «Minus» 150 000 Franken aus.

Maximum 90, Minimum 15 Prozent

Den höchstmöglichen Beitragssatz von 90 Prozent erhält einzig die Wohngemeinde von Bildungsdirektor Remo Ankli – Beinwil. Die nächstgrössten Profiteure sind Aedermannsdorf und Kienberg mit je 82 Prozent.

Den Minimalsatz von 15 Prozent erhalten zwölf Gemeinden im Kanton, nämlich die Städte Solothurn und Olten sowie die finanzstarken und steuergünstigen Gemeinden Feldbrunnen, Kammersrohr, Lohn-Ammannsegg, Härkingen, Däniken, Eppenberg-Wöschnau, Hägendorf, Rickenbach, Starrkirch-Wil und Dornach. Für die Stadt Solothurn macht der Kantonsbeitrag trotzdem immerhin 1 654 600 Franken aus, für die Stadt Olten 1 873 500 Franken.

Für viele Gemeinden ist der Staatsbeitrag an die Lehrerbesoldungskosten ein wesentlicher Faktor ihres Budgets. Den grössten Beitrag in absoluten Zahlen erhält Zuchwil mit 4,7 Mio. Franken, gefolgt von Derendingen (4 Mio.), Trimbach (3,9 Mio.), Gerlafingen (3,4 Mio.), Biberist (3,3 Mio.), Balsthal und Grenchen (je 3,2 Mio. Franken).

Schule belastet unterschiedlich

Die jährliche Klassifikation der Einwohnergemeinden zeigt auf, wie unterschiedlich die Kosten der Schule für die einzelnen Gemeinden ins Gewicht fallen. So muss etwa die Stadt Olten lediglich 14,5 Prozent ihres Staatssteueraufkommens (100 Prozent) für die Lehrerlöhne aufwenden. In Oensingen sind es 25 Prozent, in Lostorf oder Niedergösgen 33 Prozent, in Trimbach 46 Prozent und in Kienberg 72 Prozent. Und Beinwil muss sogar 117 Prozent – also mehr als seinen vollen Staatssteuerertrag – allein für seine Lehrerlöhne aufbringen. Dies, und nicht etwa der Wohnsitz des Bildungsdirektors, ist der Grund, warum die kleine Gemeinde am Passwang den höchsten Staatsbeitrag erhält. (cva)