Brand in Zelle
Gerichtspsychiater zu Zeusler Andres Z.: «Vieles deutet auf einen Hilfeschrei hin»

Dass St.-Ursen-Brandstifter Andres Z. Feuer in seiner Zelle im Untersuchungsgefängnis Olten legte, deutet für Gerichtspsychiater Josef Sachs auf einen Hilfeschrei hin. Ein Suizidversuch hält er für unwahrscheinlich.

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Gerichtspsychiater Günther Sachs

Gerichtspsychiater Günther Sachs

Chris Iseli

Wie ist die Zellen-Brandlegung des St.-Ursen-Brandstifters einzuordnen? Der Gerichtspsychiater Josef Sachs hat Andres Z. gemäss eigenen Angaben nie behandelt, dessen Taten jedoch mit Interesse zur Kenntnis genommen.

Der Forensiker will sich denn auch nicht auf die Äste hinauslassen, was die Beweggründe für die gestrige Handlung von Z. anbelangt. Von der ebenfalls herumgebotenen versuchten Selbsttötung geht Sachs allerdings nicht aus.

Wer im Gefängnis seinem Leben ein Ende setzen wolle, setze in der Regel nicht die Zelle in Brand. Zu unsicher und zu schmerzhaft sei dieser Weg. Suizid in Haft geschehe zu 85 Prozent durch Erhängen. Sachs: «Vieles deute daher auf einen Hilfeschrei hin». Der Mann habe ganz offensichtlich auf sich aufmerksam machen wollen.

Der ehemalige Chefarzt der psychiatrischen Klinik Königsfelden weist darauf hin, dass das Entfachen von Feuer bei Persönlichkeiten wie Z. auch eine Form der Stressbewältigung sein könne.

Dass Z. trotz einem günstigen Bundesgerichtsentscheid im Gefängnis festgehalten wird, ist unüblich. Sachs sind Schweiz weit lediglich zwei oder drei solche Fälle bekannt. Sie kommen dann vor, wenn kein geeigneter Therapieplatz gefunden wird.

Andres Z. hatte am frühen Mittwochmorgen mit Hilfe eines Wasserkochers Feuer in seiner Telle im Untersuchungsgefängnis Olten gelegt. Der 66-Jährige wurde zur Kontrolle ins Spital gebracht. (te)