Fusion
Geplatzte Fusion um Olten: Siehts düster aus für Grossfusion um Solothurn?

Olten sagte gestern Nein zur Fusion mit umliegenden Gemeinden. Steht auch die Vermählung von Solothurn, Bellach, Biberist, Derendingen, Zuchwil, Luterbach und Langendorf auf der Kippe?

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Bellach, Langendorf, Solothurn, Zuchwil, Biberist, Luterbach und Derendingen ergäben eine neue Stadt mit 50 000 Einwohnern

Bellach, Langendorf, Solothurn, Zuchwil, Biberist, Luterbach und Derendingen ergäben eine neue Stadt mit 50 000 Einwohnern

Peter Brotschi

Die Oltner Stimmbürger haben sich gestern Sonntag gegen eine Fusion mit Trimbach, Hauenstein-Ifenthal und Wisen entschieden. Fürs Pro-Komitee eine Klatsche, die Fusionsgegner haben indes etwas zu feiern. Ob die Fusion am hohen Ausländeranteil von Trimbach scheiterte, sei dahin gestellt.

Der Ausländeranteil dürfte auch bei der Fusion um Solothurn ein Knackpunkt sein. 40 Prozent der Zuchwiler Einwohner sind keine Schweizer. Damit könnte die Gemeinde als Fusionspartner nicht mehr so attraktiv sein.

Solothurn, Bellach, Biberist, Derendingen, Zuchwil, Luterbach und Langendorf seien alles Gemeinden mit unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlichen Steuerfüssen, sagt Lukas Golder vom gfs-Forschungsinstitut gegenüber Radio32. «Das sind viele Elemente, die erfahrungsgemäss eine Rolle spielen.» Es müsse ein Profit heraus schauen, sonst sei es sehr schwierig, ein Fusionsprojekt überzeugend darzustellen. Viele seien sowieso mit dem Status quo zufrieden und würden nichts ändern wollen.

Entscheid von Bevölkerung aus

Die anstehende Fusion um Solothurn will aus sieben Gemeinden einen 50'000-Seelen-Riesen zaubern. Die Abklärungen hätten jedenfalls «mehr Vorteile als Nachteile» ergeben, sagte Projektleiter Stephan Käppeli von der Fachhochule Luzern letzte Woche an der Präsentation des Schlussberichts.

Der Solothurner Gemeindepräsident Kurt Fluri will den Schlussbericht morgen Dienstag im Gemeinderat besprechen, die anderen Gemeinderäte wollen dies nach den Sommerferien nachholen. Dann soll die Gemeinde-Bevölkerung informiert werden.

Darin sieht auch Lukas Schönholzer, Fusionsspezialist des Kantonalen Amtes für Gemeinden, den Vorteil. Dass die Bevölkerung von Anfang an involviert werde, könne den «Entscheid erleichtern», wie er gegenüber dem Regionaljournal Radio DRS sagt. Das habe eben in Olten eine Schwierigkeit dargestellt, denn dort habe das Parlament die Angelegenheit zuerst behandelt. (ldu)