Kampfwahl

Georg Aemissegger ist der neue Präsident der Solothurner Grünliberalen

Der neue und der alte Parteipräsident: Georg Aemisseger und René Kühne

Der neue und der alte Parteipräsident: Georg Aemisseger und René Kühne

Die Grünliberalen Kanton Solothurn haben am Freitagabend das Präsidium neu besetzt. Der Mathematiker und Coach Georg Aemissegger aus Günsberg setzte sich in einer turbulenten Wahl gegen den Dornacher Architekt John C. Ermel durch.

Dass sich zwei engagierte Persönlichkeiten für das Parteipräsidium bewerben, das hat mittlerweile Seltenheitswert – selbst bei den grossen Parteien auf nationaler Ebene. Die GLP Kanton Solothurn macht es vor, obwohl die Partei nach Wählerverlusten bei den Nationalratswahlen und einem weiteren Rückgang der Mitgliederzahlen nicht gerade über ein Siegerimage verfügt.

Nach dem Rücktritt des bisherigen Parteipräsidenten René Kühne haben sich anlässlich der Mitgliederversammlung in Solothurn Georg Aemissegger aus Günsberg und John C. Ermel aus Dornach ihren Parteifreunden zur Wahl empfohlen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde stellten sich die beiden Kandidaten den kritischen Fragen der rund 20 anwesenden Parteimitglieder.

George Aemissegger, der seit rund einem Jahr im Vorstand der GLP Kanton Solothurn vertreten ist, setzte schliesslich sich mit 12 zu 5 Stimmen gegen seinen Herausforderer aus Dornach durch. Der 61-jährige Mathematiker und Coach aus Günsberg war dabei klar der Favorit des Vorstands.

Die Parteiführung habe sich nach einer Anhörung beider Kandidaten einstimmig für eine Empfehlung von Georg Aemisegger ausgesprochen, gab René Kühne vor der Wahl durch die Mitgliderversammlung bekannt. Einem der Parteimitglieder, die den 56-jährigen Architekten und Uhrmachermeister John C. Ermel unterstützten, stiess das Prozedere sauer auf. Er sprach von einem «kapitalen Vorgehensfehler» der Parteiführung.

Die vor rund einem Jahr erfolgte Wahl von Georg Aemissegger in den Parteivorstand sei bereits mit Blick auf die Nachfolge von René Kühne erfolgt. Von daher sei es auch wenig verwunderlich, dass sich der ganze Vorstand jetzt geschlossen hinter «seinen» Kandidaten stellt. René Kühne parierte den Vorwurf damit, dass es sehr schwer sei, jemanden für das arbeitsintensive Amt des Parteipräsidenten zu gewinnen. Es folgte ein wenig freundlicher Wortwechsel, der mittels Ordnungsantrag schliesslich beendet wurde.

Für den frisch gekürten Präsidenten sind die Grünliberalen die «einzige wirklich zukunftsfähige Partei der Schweiz». Es führe kein Weg an der «grünen» Energiewende vorbei. Als Wissenschaftler und Techniker fühle er sich aber auch einer «liberalen» Denkhaltung verpflichtet. Zu den politischen Zielen von Georg Aemissegger gehört es unter anderem, das Image der Grünliberalen als «Spinnerpartei» zu korrigieren.

Ziel: Fraktionsstärke

Trotz einem Verlust von Wähleranteilen bei den Nationalratswahlen formulierte Vorstandsmitglied und Wahlkampfleiterin Irene Froelicher ehrgeizige Ziele für die kantonalen Wahlen im März 2017. Was 2013 nicht gelungen ist, soll dann möglich werden, nämlich fünf Kantonsratsmitglieder zu stellen – und damit Fraktionsstärke zu erlangen. «Wir müssen offensiver werden und uns zusammenraufen», gab sie ihren Parteikollegen den Tarif durch.

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