Dornach

Gemeinderat erstellt Studie über Grundstück der Bürgergemeinde – ohne deren Wissen

Gemeindeverwaltung von Dornach

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Dornacher Bürgergemeinde wusste nichts von Entwicklungsstudie. Dabei gehören ihr im Gebiet zwei Grundstücke.

Dornach soll sich in den kommenden Jahrzehnten stark entwickeln. Das Areal, das in der 6800-Einwohner-Ortschaft dafür am meisten Möglichkeiten bietet, ist das Gebiet Widen. Für dessen nördlichen Teil liess der Gemeinderat im Rahmen der Ortsplanrevision eine Studie erstellen. Damit stiess er jedoch die Bürgergemeinde der grössten Gemeinde des Schwarzbubenlands vor den Kopf.

In einem Leserbrief im «Wochenblatt für das Birseck und Dorneck» zeigt sich Bürgergemeindepräsident Bernhard Meister irritiert über das Verhalten der Dornacher Exekutive. «Dass diese Grundstücke einfach so vereinnahmt werden, ohne der Eigentümerschaft vorgängig eine Information zukommen zu lassen, finde ich absolut unangebracht», ärgert er sich.

Der Bürgergemeinde gehören im Gebiet Widen Nord zwei Grundstücke, die von den Firmen Iseppi Frutta SA und Ziegler AG im Baurecht genutzt werden. Mit beiden Unternehmen existieren Verträge, die noch Jahrzehnte lang gültig sind. Über die Studie habe der Bürgerrat über Umwege erfahren, so Meister in seinem Beitrag in der Lokalzeitung. Eine direkte Kontaktaufnahme durch den Gemeinderat oder durch Gemeindepräsident Christian Schlatter sei nicht erfolgt.

«Diese Grundstücke stehen nicht zur Verfügung»

Auf Anfrage fasst Präsident Bernhard Meister den Standpunkt der Dornacher Bürgergemeinde zusammen: «Wir kritisieren die Studie, weil sie zwei Baurechtsgrundstücke der Bürgergemeinde beinhaltet, die für eine zukünftige Sportinfrastruktur nicht zur Verfügung stehen.» Würden diese beiden Grundstücke entfernt, hätte die Bürgergemeinde keine Probleme mit der Studie. Bereits in der Begleitgruppe zur Ortsplanrevision habe er erwähnt, dass diese zwei Teile des Areals nicht anders genutzt werden dürften.

Im Gebiet Widen Nord sind vor allem Sportanlagen geplant. Die Gemeinde habe auf der anderen Seite der Strasse ein Gebäude und einen Parkplatz, die in eine Planung einfliessen könnten, findet Meister. Es bestünde auch die Möglichkeit, den Sportplatz Gigersloch zu vergrössern.

Inhalt der Studie fliesst teils in die gesamte Ortsplanung

Die Kritik der Bürgergemeinde richtet sich an die Dornacher Exekutive. Gemeindepräsident Christian Schlatter (Freie Wähler) stellt klar: «Selbstverständlich können Veränderungen letztlich nur von den Grundeigentümern realisiert werden.» Bei der Studie sei es darum gegangen, sich Gedanken zu einem langfristigen Zielbild zu machen. «Zum einen aufgrund von laufenden Entwicklungen, wie etwa der Diskussion um die Schul- und Sportinfrastruktur, und zum andern im Rahmen des Prozesses der Ortsplanung, die genau dies vorgibt.» Im Gebiet Widen Nord besitze auch die Einwohnergemeinde Dornach bedeutende Flächen.

Zum Vorwurf der mangelhaften Kommunikation meint Schlatter: «Die Informationsbedürfnisse sind unterschiedlich und es gäbe wohl meistens einen noch besseren Weg, wie betroffene Kreise zu informieren sind. Ich nehme da auch einen Anteil auf mich.» Immerhin habe es etliche Anlässe und Formen gegeben, «an denen wir über die Inhalte, den Stand und die Stossrichtung informiert haben, immer auch mit dem Angebot, spezielle Anliegen separat noch zu vertiefen». Dieses Angebot sei kürzlich in einem Schreiben an die Bürgergemeinde wiederholt worden.

Die umstrittene Studie werde derzeit von den Kommissionen beurteilt. Anschliessend fliesse der Inhalt soweit sinnvoll als Grundlage in die gesamte Ortsplanung, so der Dornacher Gemeindepräsident Christian Schlatter. Dagegen hätte auch die Bürgergemeinde nichts, sofern die beiden ihr gehörenden Grundstücke nicht mehr vorkommen. Bürgergemeindepräsident Bernhard Meister sagt dazu: «Uns ist schliesslich auch daran gelegen, dass sich Dornach entwickelt.»

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