start.integration
Gemeinden spielen zentrale Rolle bei der Integration

Mit „start.integration“ wird die Integration von ausländischen Einwohnern an ihrem Wohnort verstärkt. Nach der Pilotphase in acht Solothurner Gemeinden wird „start.integration“ nun im ganzen Kanton eingeführt.

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Das Integrationsprojekt start.integration wird imden ganzen Kanton Solothurn eingeführt.Archivfoto Roland Schmid

Das Integrationsprojekt start.integration wird imden ganzen Kanton Solothurn eingeführt.Archivfoto Roland Schmid

Roland Schmid

Die Integration von Ausländerinnen und Ausländern zu unterstützen ist eine gemeinsame Aufgabe von Bund, Kanton und Gemeinden. Mit „start.integration“ wird dieser Verbundaufgabe entsprochen.

„start.integration“ wurde 2014 und 2015 in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern von Kanton und Gemeinden entwickelt. Acht Solothurner Gemeinden haben das Konzept daraufhin eingeführt und in einer mehrmonatigen Pilotphase unter enger Begleitung des Kantons erprobt.

„start.integration“ - der direkte Draht in der Gemeinde

Mit „start.integration“ kennen die Einwohnergemeinden ihre ausländischen Einwohner bereits vom ersten Tag an, ab dem Zuzug aus dem Ausland. Sie können sie rasch und direkt über lokale Begebenheiten informieren, die selbstständige Integration wird gefördert und gefordert.

Gelingt die Integration in einzelnen Fällen trotzdem nicht oder wird sie verweigert, kann die Gemeinde auf den Kanton zurückgreifen und diese in Zusammenarbeit mit dem Kanton verpflichtend einfordern.

So geht das!

„start.integration“ fasst verschiedene Bereiche der Integrationsförderung in einem integralen Konzept für die Einwohnergemeinden zusammen. Der Kanton unterstützt die Gemeinden.

Im Bereich Informieren begrüsst die Einwohnergemeinde die Neuzugezogenen aus dem Ausland und informiert sie schriftlich oder in einem Erstinformationsgespräch über die Lebensbedingungen in der Schweiz, die vorhandenen Integrationsangebote sowie über ihre Rechte und Pflichten. So finden sich die Neuzugezogenen aus dem Ausland an ihren neuen Wohnort schneller und besser zurecht, wodurch ihre Eigenverantwortung gestärkt wird.

Im Bereich Fördern stellt die Gemeinde die nötigen Angebote zur Verfügung und sie kennt die Bedürfnisse der Migranten in ihrer Gemeinde. Eine grosse Mehrheit der Migranten kümmert sich eigenverantwortlich um ihre Integration. Sie nutzen die bestehenden Angebote und nehmen an lokalen und regionalen Aktivitäten teil.

Gelingt bei einer Person die Integration nicht oder wird diese verweigert, kann sie im Bereich Fordern von der Gemeinde eingefordert werden. Hierbei werden individuelle Massnahmen in einem Integrationsgespräch vereinbart. Erzielt diese Massnahme keine Verbesserung, kann der Kanton in Absprache mit der zuständigen Gemeinde, sofern die Voraussetzungen rechtlich und fachlich erfüllt sind, Integrationsvereinbarungen abschliessen oder Integrationsempfehlungen erteilen.

„start.integration“ – die Umsetzung

„start.integration“ ist so aufgebaut, dass die Aufgaben der verschiedenen Bereiche schrittweise eingeführt werden kann. 2017 gilt als Einführungsjahr, in welchem die Gemeinden die nötigen Strukturen der Integrationsförderung aufbauen und die Erstinformation der Neuzuziehenden aus dem Ausland einführen. Hierzu bietet die Fachstelle Integration Einführungskurse an.

Wie die Staatskanzlei mitteilt, wird „start.integration“ ab 2018 kantonsweit umgesetzt. Die Aufwendungen, welche im Rahmen des Projekts anfallen, werden vom Kanton im Sinne einer Anstossfinanzierung voraussichtlich bis Ende 2021 über den Integrationskredit subventioniert. Für 2017 werden 0.9 Mio. Franken aus dem aktuellen Integrationsprogramm bereitgestellt.

Ein grosser Teil der Solothurner Einwohnergemeinden betritt mit „start.integration“ Neuland. Es ist also wichtig, dass die Einwohnergemeinden „start.integration“ angepasst an ihre individuellen Gegebenheiten umsetzen, dazu zählt auch eine mögliche regionale Umsetzung für kleinere Gemeinden mit einem geringen Ausländeranteil.

Es ist die Aufgabe des Kantons, die Erfahrungen aus der Einführung und Umsetzung aufzunehmen und „start.integration“ in Zusammenarbeit mit den Einwohnergemeinden weiterzuentwickeln. (sks)