Ein klares Muster ist kaum auszumachen im Abstimmungsverhalten der Solothurner Gemeinden zur kantonalen Steuervorlage. Da gab es ländliche Gemeinden, die Ja sagten (etwa Welschenrohr, Rohr oder Schnottwil). Ländliche Gemeinden mit ähnlichen Voraussetzungen konnten aber ebenso gut Nein sagen (Buchegg, Grindel, Matzendorf als Beispiele). Und auch die Städte waren sich nicht einig: Grenchen und Olten – in beiden Städten war die Kritik an der Vorlage im Vorfeld gross – lehnten die kantonale Steuervorlage ab. Das ansonsten oft eher nach links tendierende Solothurn nahm sie dagegen an.

Insgesamt sagten 36 212 Solothurnerinnen und Solothurner Ja (48,6 Prozent), 38 282 jedoch Nein (51,4 Prozent). Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 42 Prozent.

Infogram: Abstimmung zur Solothurner Steuerreform

Das deutlichste Ja zur kantonalen Vorlage gab es im finanzschwachen Gänsbrunnen (66,67 Prozent) gefolgt vom vermögenden Feldbrunnen (65,46). Das deutlichste Nein legten die Bolknerinnen und Bolkner in die Urne (65,38 Prozent), wobei das Wasseramt mit Ausnahme von Oekingen, Lohn-Ammannsegg und Hüniken durchwegs die Vorlage ablehnte.

Auffällig ist: Auch wenn eine Gemeinde überdurchschnittlich viele Arbeitsplätze von internationalen Konzernen beheimatet, hat dies kein Ja zur Folge gehabt: So sagten auch die Medtech-Standorte Selzach, Bettlach oder Zuchwil Nein zur Vorlage.

Und auch im Schwarzbubenland, das in Steuersachen mit den beiden Basel konkurrenzieren muss, war kein deutlicher Ja- oder Nein-Trend auszumachen.

Infogram: Umsetzung Steuervorlage

Ja für die Staf

Weitaus klarer war das Ergebnis bei der nationalen Steuer-AHV-Vorlage. 58,56 Prozent der Solothurnerinnen und Solothurner sagten Ja, 41,44 Nein. Nur gerade 14 der 109 Gemeinden sagten Nein zum nationalen Geschäft, am deutlichsten Zullwil mit 57,64 Prozent Nein-Stimmen-Anteil. Überhaupt finden sich unter den Nein-Stimmenden viele kleinere Gemeinden (z.B. auch Kleinlützel, Bärschwil, Grindel, Kammersrohr, Kienberg, Bolken, Horriwil). Dass eine Gemeinde die nationale Vorlage ablehnte, aber zur kantonalen Ja sagte, kam nicht vor. Dagegen gab es zahlreiche Gemeinden, die die nationale Vorlage guthiessen, die kantonale aber verwarfen.

Infogram: Abstimmungsergebnis zur STAF

Waffenrecht: Klare Gräben

Mit 58,51 Prozent sagten die Solothurner Ja bei der Vorlage über die EU-Waffenrichtlinie. Der Nein-Stimmen-Anteil belief sich auf 41,19 Prozent. Hier allerdings zeigt der Blick auf die Karte ein deutliches Bild: Das Thal lehnte die Vorlage beispielsweise komplett ab, ebenso die Gemeinden im Bezirk Thierstein. Dagegen waren in der Amtei Solothurn-Lebern sämtliche Gemeinden für die Vorlage. In den übrigen Bezirken war das Resultat durchmischt. Kantonsweit am deutlichsten fiel das Nein-Resultat in Beinwil mit 78,45 Prozent Nein-Stimmen aus. Den höchsten Ja-Stimmen-Anteil verzeichnete die Stadt Solothurn mit 79,15 Prozent. Auch Olten und Starrkirch-Wil wiesen Ja-Stimmen-Anteile von mehr als 75 Prozent aus. (lfh)

Infogram: Abstimmungsergebnis zum EU-Waffenrecht