Der Egerkinger Gemeinderat distanziert sich in einer Medienmittelung in aller Form vom Egerkinger Komitee und fordert dieses «unmissverständlich» auf, den Namen Egerkingen künftig nicht mehr zu verwenden.

«Wir stören uns schon länger daran, dass unsere Gemeinde wegen der politischen Aktionen dieses Egerkinger Komitees in eine Ecke gestellt wird, wo sie einfach nicht hingehört», erklärt Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi im Namen des Gemeinderats.

Walter Wobmann will das Burkaverbot in der Bundesverfassung verankern. Wer unterstützt den SVP-Hardliner?

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Seinen grössten Erfolg feierte das nach seinem Gründungsort benannte Egerkinger Komitee um die SVP-Exponenten Walter Wobmann, Ulrich Schlüer und Oskar Freysinger im November 2009, als das Schweizer Stimmvolk die Initiative annahm, welche den Bau von Minaretten verbietet.

Letzmals in Erscheinung getreten ist das Egerkinger Komitee diese Woche mit der Lancierung der Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot», im Volksmund auch Burkaverbot genannt.

Keine juristische Handhabe

In Zusammenhang mit dieser Initiative sei auch der Name der Gemeinde Egerkingen einmal mehr in den Medien genannt worden, bemerkt Bartholdi. Der Gemeinderat sei der Auffassung, dass damit endlich Schluss sein müsse. Auch wenn die Anliegen des Komitees nachvollziehbar seien, störe sich der Rat an dessen fremdenfeindlicher Gesinnung.

Egerkingen als Sitzgemeinde von mehreren internationalen Firmen könne nicht dulden, dass der Ortsname in dieser Form verunglimpft werde, hält Bartholdi dazu fest. Nun hoffe der Gemeinderat, dass das Egerkinger Komitee Einsicht zeige, denn juristisch gebe es keine Handhabe gegen die Verwendung des Namens.

SVP-Nationalrat Walter Wobmann kann die Aufregung des Egerkinger Gemeinderates nicht verstehen, zumal das Komitee bereits seit neun Jahren existiere. 2006 sei es im damaligen Motel in Egerkingen gegründet worden.

«Bis jetzt hat sich an der Arbeit des Egerkinger Komitees niemand gestört, und wir tun auch nichts Verbotenes», sagt Wobmann. Handlungsbedarf sehe er deshalb keinen.