Jurist Peter Hofmann
«Geldstrafen haben an Schulen nichts verloren»

Solothurner Berufsschulen kassierten 2015 171'000 Franken Bussengelder von Schulschwänzern ab. Der Jurist Peter Hofmann hält nichts von Geldbussen an Schulen.

Noëlle Karpf
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Peter Hofmann ist Jurist. Seit 2002 leitet er die Fachstelle «Schulrecht». Er ist für die Rechtsberatung von Bildungsinstitutionen zuständig.

Peter Hofmann ist Jurist. Seit 2002 leitet er die Fachstelle «Schulrecht». Er ist für die Rechtsberatung von Bildungsinstitutionen zuständig.

zvg/Keystone

Was halten Sie von Geldstrafen
an Berufsschulen?

Peter Hofmann: Das ist ein leidiges Thema. Geldstrafen bei Jugendlichen haben an Schulen nichts verloren.

Und warum nicht?

Das ist eine pädagogische Fragestellung. Bussen scheinen die einfachste Lösung zu sein, aber das ist nicht genügend durchdacht. Lösungen findet man nicht durch Bussen, sondern im Gespräch mit allen Beteiligten und der Information der Lehrmeister.

Dann sind Sie grundsätzlich
gegen solche Bussen?

Verändern die Bussen etwas? Sind die Jugendlichen pünktlicher dadurch? Nein, Bussen sind nur eine billige Scheinlösung. Als Jurist bin ich gegen solche Bussen. Ein Gesetz soll ein Problem lösen. Das geschieht hier nicht.

Können sich die Jugendlichen
dagegen wehren?

Ja grundsätzlich kann man sich gegen jede Ordnungsbusse in einem Rekursverfahren wehren.

Was für eine Alternative gibt es
zu den Bussen?

Es wäre besser, den Jugendlichen klarzumachen, wieso sie davon profitieren, wenn sie regelmässig den Unterricht besuchen.