Arbeitsmarkt
Gegen den nationalen Trend: Im Kanton Solothurn sinkt Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Männer und Frauen ohne Arbeit ist im August ist im Kanton Solothurn leicht gesunken, von 2,4 auf 2,3 Prozent. «Das ist ein sehr tiefer Wert», so Jonas Motschi, Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit.

Franz Schaible
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Über 50-Jährige haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt.

Über 50-Jährige haben es schwer auf dem Arbeitsmarkt.

Peter Lauth

«Das ist erfreulich», kommentiert Jonas Motschi, Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit, die Arbeitsmarktzahlen für August. Obwohl in den Sommermonaten jeweils die Zahl der Menschen ohne Arbeit wegen der Schul- und Lehrabgänger steige, sei sie im Kanton Solothurn insgesamt gesunken.

Sie nahm um 27 auf 3359 Betroffene ab, die Quote sank von 2,4 auf 2,3 Prozent. «Das ist ein sehr tiefer Wert.» Landesweit erhöhte sich die Quote von 2,9 auf 3,0 Prozent.

Jobsuche für Jugendliche leichter

Dem Trend, dass die Zahl der jugendlichen Stellensuchenden im August aus saisonalen Gründen steigt, konnte sich Solothurn zwar auch nicht entziehen. So erhöhte sich die Stellensuchendenquote in der Alterskategorie von unter 20 Jahren von 2,8 auf 3,2 Prozent oder um 33 Personen. «Aber der Effekt ist weniger stark als in den Vorjahren», sagt Motschi. Deshalb resultiere unter dem Strich die erwähnte Abnahme.

Das war in den Vorjahren nicht der Fall. So ist im August 2011 die Arbeitslosenquote insgesamt von 2,1 auf 2,2 Prozent (plus 179 Personen), im 2012 von 2,3 auf 2,5 Prozent (plus 182) und 2013 von 2,5 auf 2,6 Prozent (plus 10) gestiegen. Grund für die relativ tiefe Jugendarbeitslosigkeit: Die Zahl der Schulabgänger nimmt aus demografischen Gründen rasant ab bei gleichzeitig unverändert hohem Angebot an Lehrstellen.

Erstaunlich ist die gute Entwicklung auf dem Solothurner Arbeitsmarkt für Motschi noch aus einem anderen Grund. Die jüngsten Zahlen über die Wirtschaftsentwicklung in der Schweiz und im für hiesige Exporteure wichtigsten Absatzmarkt, Europa, hätten eigentlich eine andere Entwicklung erwarten lassen. Dabei will er die Augustzahlen nicht überbewerten. Der Rückgang sei teilweise auch zufällig zustande gekommen, sprich durch Rundungsdifferenzen, gesteht er ein. Aber trotzdem: «Die Entwicklung ist sehr positiv zu werten.»

Arbeitsmarkt ist «aufnahmefähig»

Die Unsicherheit wegen der politischen Krisenherde nehme wieder zu. Sicher sei, dass der konjunkturelle Aufschwung nicht – wie noch im Frühling prognostiziert – ausfallen werde. Bis Ende Jahr erwartet Motschi keine grossen Schwankungen auf dem Solothurner Arbeitsmarkt. Bereits in den vergangenen Jahren habe dieser bewiesen, dass er «aufnahmefähig» sei und abgebaute Arbeitsplätze andernorts wieder aufgebaut werden. «Trotz zahlreicher teilweise grosser Firmenschliessungen ist die Arbeitslosigkeit meistens unter dem Landesmittel gelegen.»