Wissenschafts-Olympiade

Gegen 300 Talente aus 70 Ländern: Solothurner holt Bronze

Lennart Horn von der Kantonsschule Solothurn holte Bronze.

Lennart Horn von der Kantonsschule Solothurn holte Bronze.

Neun Schweizer Mittelschüler reisten in ihren Sommerferien an die Wissenschafts-Olympiade. Dort erwarteten sie Nachwuchswissenschaftler aus über 70 Ländern und anspruchsvolle Prüfungen. Der Solothurner Kantischüler Lennart Horn gewann Bronze an der internationalen Chemie-Olympiade.

Andere machen Ferien. Sie aber denken scharf nach, tüfteln und lösen Aufgaben zu Forschungsthemen der Physik und Chemie. Der Lohn: Neue Freunde aus der ganzen Welt, Ferien im Gastland – und natürlich Medaillen. Die Schweizer Teams gewannen zwei Auszeichnungen, wie es in der Medienmitteilung heisst.

  • Bronze (Chemie): Lennart Horn, Kantonsschule Solothurn, SO
  • Honorable Mention (Physik): Tobias Hächler, Gymnasium Oberwil, BL 

Der Baselbieter Tobias Hächler freut sich über die Anerkennung: "Die Prüfungen waren spannend, doch die Zeit sehr knapp." Noch wichtiger als das Resultat sei für ihn aber das Erlebnis: "Wir lernten Jugendliche aus der ganzen Welt kennen und entdeckten die beiden Gastländer. Das war toll!" Auch der Solothurner Lennart Horn ist zufrieden mit seiner Leistung. Es sei eine schöne Erfahrung, junge Menschen zu treffen, die Moleküle, Atome und Stoffreaktionen ebenso spannend fänden. "Viele werden Chemie studieren, ich sehe wohl einige an der Uni oder später bei der Arbeit wieder."

Wissenschaftliche Herausforderung, internationaler Austausch

An der Physik-Olympiade in Portugal nahmen die besten 400 Nachwuchstalente aus 90 Ländern teil. Gleichzeitig kämpften 300 junge Talente aus über 70 Ländern vom um Medaillen an der Chemie-Olympiade, die von der Slowakei und der Tschechischen Republik zusammen organisiert wurde.

Nebst Lennart und Tobias hatten sich sieben weitere Schweizer Mittelschülerinnen und Mittelschüler für die Wettbewerbe qualifiziert. Dies bei den nationalen Finals, die im Frühling an der ETH Zürich und der Neuen Kantonsschule Aarau stattfanden:

Chemie:

  • Chantal Balmer, Kantonsschule Solothurn, SO
  • Fabian Hollinger, Kantonsschule Alpenquai, LU
  • Carole Zermatten, Lycée-Collège des Creusets, VS

Physik:

  • Arthur Jacques, Liceo cantonale di Lugano 2, TI
  • Ciril Humbel, Alte Kantonsschule Aarau, AG
  • Tim Mosimann, Gymnasium Biel-Seeland, BE
  • Hiro Josep Farré Kaga, Institut le Roset, VD

2018 haben 660 Schweizer Jugendliche (Physik), resp. 240 Jugendliche (Chemie) beim nationalen Wettbewerb mitgemacht. 

Die Prüfungen: Tumorwachstum modellieren, nachhaltige Energiequellen finden

Die jungen Physikerinnen und Physiker lösten an den beiden Prüfungstagen drei Theorieaufgaben und zwei Experimente. Sie untersuchten beispielsweise die Elastizität eines Polymerfadens, analysierten das Signal einer Gravitationswelle oder modellierten das Wachstum eines Tumors. Lionel Philippoz, Astrophysiker und Begleiter des Schweizer Teams betont: "Die Aufgaben stammen aus der aktuellen Forschung. Die Mittelschüler übten, wie eine Forscherin oder ein Forscher zu denken. Davon werden sie in Zukunft profitieren."

Die Chemietalente absolvierten zwei Prüfungstage, einen davon im Labor. Insgesamt lösten die Mittelschüler 11 Aufgaben. Sie untersuchten zum Beispiel die Zersetzung von Proteinen, die helfen, menschliche Überreste zu datieren. Oder sie berechneten, wieviel Energie entsteht, wenn man Wasserstoff und Sauerstoff mischt – und wie man diese Reaktion als alternative Energiequelle nutzen könnte. 

Die Olympiaden werden 50 Jahre alt: keine Midlifecrisis in Sicht

Die Internationale Chemie-Olympiade feiert in Prag und Bratislava ihren 50. Geburtstag, in einem Jahr wird auch die Physik-Olympiade 50. Entstanden mitten im Kalten Krieg, bleiben die Olympiaden bis heute ein Format, das talentierte Schülerinnen und Schüler aus aller Welt erfolgreich fördert.

Seit 30 Jahren motivieren die Olympiaden auch den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Schweiz. Inzwischen organisieren acht Vereine Workshops, Lager und Wettbewerbe für jährlich über 3'000 Talente in Wissenschaft und Technik. Die Organisatoren sind hauptsächlich begeisterte junge Forschende, die freiwillig viele Stunden investieren. (mgt)

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