Bundesgericht
Gefahren und gleichzeitig die Frau geschlagen - Bundesgericht stützt Urteil

Das Bundesgericht stützt das Urteil des Solothurner Obergerichts, welches einen Mann wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln zu einer Busse verurteilt hatte.

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Bei der Ausfahrt Oensingen endete das Ehedesaster im Wildschutzzaun. (Symbolbild)

Bei der Ausfahrt Oensingen endete das Ehedesaster im Wildschutzzaun. (Symbolbild)

Keystone

Sie griff in sein Lenkrad, beugte sich zu ihm auf den Fahrersitz, krallte nach ihrem Handy, das er zwischen seinem linken Bein und dem Sitz versteckte. Er schlug auf sie ein, drückte sie zurück auf den Beifahrersitz. Und das, während er über die Autobahn bretterte. Die Kontrolle über das Fahrzeug hatte er da nicht mehr, er raste über alle Fahrstreifen. Erst bei der Ausfahrt Oensingen endete das mobil gewordene Ehedesaster im Wildschutzzaun.

Das Solothurner Obergericht verurteilte den Mann schliesslich in zweiter Instanz wegen grober Verletzung der Verkehrsregeln durch Nichtbeherrschen des Fahrzeuges zu einer Busse über 300 Franken. Die Geldstrafe von zehn Tagessätzen à 100 Franken war erst noch bedingt.

Trotzdem mussten sich die Richter am Bundesgericht nun noch mit dem Fall befassen. Denn der Mann wollte seine Strafe nicht akzeptieren. Er machte einen Notstand geltend und kritisierte, die Vorinstanz habe zu wenig beachtet, dass der Streit nicht beendet gewesen wäre, hätte er das Mobiltelefon zurückgegeben.

Das Gericht habe fälschlicherweise von ihm verlangt, dass er dies beweisen müsse, was gegen die Unschuldsvermutung sei. Am Umstand, dass er das Fahrzeug nicht beherrscht habe, gebe es keine Zweifel, stützte das Bundesgericht die Vorinstanz. Er hätte ja auch einfach auf dem Pannenstreifen anhalten können, verwiesen die Lausanner Richter auf das Urteil der Solothurner Justiz.

Ob er sich auch für die Schläge gegen seine Frau vor Gericht verantworten musste und wie es um die Beziehung steht, ist nicht bekannt. Es bleiben die Gerichtskosten in Lausanne, die mit 2000 Franken weit höher sind als die ursprüngliche Strafe. (lfh)