Am Montag ist die «Gault Millau»-Rangliste 2017 erschienen. Unter den besten 818 Restaurants sind 20 Solothurner Lokale zu finden. An der Spitze stehen gleich vier: «Säge», «Attisholz», «Traube» und «Lampart's». Für alle gibts auch auf der Bewertungsplattform «TripAdvisor» Top-Einträge von Restaurantbesuchern, die ja ebenfalls alle Tester sind.

Was beispielsweise Jörg Slaschek und sein Team in der Küche zaubern, gefällt vielen. Das Essen wird als innovativ und kreativ umschrieben. «Es wurde mit viel Liebe zubereitet und war hervorragend, ebenfalls die Bedienung!», heisst es in einer der bisher 77 Bewertungen, die hinterlegt wurden. 41 davon geben dem Restaurant ein «Ausgezeichnet!», fünf ein ungenügend.

Kritik auf der Plattform gibt es aber für den Umgang mit Spezialwünschen. «Für ein Restaurant von so hohem Preis ist mir diese Art von Bedienung absolut unverständlich. Auf diesem Niveau sollte auf Spezialwünsche kommentarlos und einwandfrei eingegangen werden können», schreibt eine Solothurnerin.

Bei der «Traube» gehen die Meinungen auseinander, obwohl auch dieses Lokal 4,5 Sterne erhält. Ein Besucher zweifelte «ernsthaft die Gastro-Kritiker an, die diesem Restaurant 17 «Gault Millau»-Punkte geben. Das lässt grosse Fragen offen bei den Testern.» Ein anderer hingegen würde noch mehr Punkte geben: «Arno Sgier ist ein Meister seines Faches. 17 «Gault Millau»-Punkte sind eher zu wenig für das Können, das er an den Tag legt.»

Die «Sonne» strahlt

Die Restaurant-Besucher sind grundsätzlich bei allen «Gault Millau»-Lokalen grosszügig mit dem Punkteverteilen. Die «Sonne» in Gunzgen erhält aber als einziges Restaurant im Kanton volle 5 Sterne – das schafft keines der vier 17-Punkte-Restaurants. 

«Einfach nur wunderbar; raffinierte Kochkunst gepaart mit Gastgebern, die es verstehen, den Gast sich wie zuhause fühlen zu lassen; grosses Kino!», schreibt ein Restaurantbesucher. Ein anderer: «Einmal mehr feinstes Essen - schön präsentiert, aber ohne Schnickschnack. Dazu die herzliche und authentische Bedienung - man fühlt sich willkommen und als Gast geschätzt.»

Auffällig ist auch, dass die Inhaber der «Sonne», Lorenzo Ghilardelli und Bea Mettler, auf jeden einzelnen Eintrag reagieren. Jörg Slaschek vom «Attisholz» tut dies übrigens auch.

Begeistert von Wildsaison in der «Seerose»

Das «schlechteste», der im Guide aufgenommenen Restaurants, ist die «Seerose» in Bolken – mit 12 Punkten. Im Vergleich zu anderen Lokalen wurden hier nur wenige Bewertungen abgegeben. Die acht Personen, die ein Statement hinterlassen haben, haben aber äusserst positiv bewertet: 4,5 Sterne gibts für das Lokal. «Das kleine Restaurant in Bolken überzeugt mit einem Ambiente von dörflichem Charme und einer Gourmet-Karte», lässt eine Zürcherin verlauten. Der Service sei sehr freundlich und das Essen einfach fantastisch gewesen. Als besonders empfehlenswert sieht sie die Herbstkarte mit allerlei Wild-Spezialitäten an. Diese kommt durchs Band super an. 

Im gleichen Zeitraum gibt ein anderer Gast an, dass die Bedienung überfordert war und «für ein «Gault Millau»-Restaurant mehr Sauberkeit zu erwarten wäre».