Gastro Solothurn
Auf eine Öffnung der Restaurants hatte man natürlich gehofft, erwartet hat man sie aber nicht

Nicht dass er den Entscheid richtig finden würde, aber: Angesichts der aktuellen Entwicklung der Pandemie war für den Solothurner Gastro-Präsidenten Peter Oesch klar, dass der Bundesrat kein grünes Licht für die Öffnung der Restaurants geben würde.

Urs Moser
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Peter Oesch, Präsident von Gastro Solothurn.

Peter Oesch, Präsident von Gastro Solothurn.

Patrick Luethy

Die Kriterien für eine weitere Lockerung der Corona-Schutzmassnahmen sind nicht erfüllt, auch im Kanton Solothurn nicht. Am Freitag wurden 61 neue laborbestätigte Infektionen gemeldet, die 14-Tage-Inzidenz (Anzahl Infektionen pro 100000 Einwohner) liegt laut dem wöchentlichen Situationsbericht auch im Kanton Solothurn deutlich über der vom Bundesrat für weitere Öffnungen gesetzten Limite von 165,9, und auch die Reproduktionszahl (sagt aus, wie viele andere Personen eine positiv getestete Person ansteckt) ist wieder leicht über 1 gestiegen.

Nur Terrassen öffnen hätte den Wirten sowieso nichts gebracht

Dass Restaurants in dieser Situation einen weiteren Monat geschlossen bleiben müssen, ist für Peter Oesch, Präsident von Gastro Solothurn, selbstverständlich alles andere als ein zufriedenstellender Entscheid des Bundesrats, aber er sei nicht anders zu erwarten gewesen. Überhaupt zur Diskussion stand bis am Freitag sowieso nur die Terrassenlösung, also eine Öffnung nur der Aussenbereiche von Gastrobetrieben. Und das, so Oesch, wäre für die Solothurner Wirte ohnehin keine Hilfe gewesen. Diese Variante ziele auf eine Spaltung der Branche ab, darauf sei man nicht erpicht.

Dass sich im privaten Rahmen nun wieder zehn statt maximal fünf Personen treffen dürfen, wird vom Bundesrat mit einem zu massiven Eingriff in die Privatsphäre begründet, den die zuletzt erlassene Regelung darstelle. Für den Präsidenten von Gastro Solothurn zeigt diese Lockerung dennoch die Inkohärenz der Corona-Schutzmassnahmen. Für Peter Oesch steht fest:

«Die Ansteckungen erfolgen im privaten Rahmen, nicht im Restaurant oder im Fitnesscenter.»

Oesch bleibt nun nur noch einmal die Mahnung an den Kanton, bei den Härtefallunterstützungen «Vollgas» zu geben. Er habe nach wie vor noch von keinem einzigen Betrieb die Rückmeldung erhalten, dass Unterstützungsbeiträge eingetroffen sind, so der Präsident von Gastro Solothurn.