Neue Stadt Solothurn
Fusionsprojekt: Die «Top 5» nehmen auf dem Papier Form an

Nun beginnt die Informationsoffensive zur möglichen Gemeindefusion von Biberist, Derendingen, Luterbach und Zuchwil mit Solothurn. Die erste Nummer der «Top-5-Info» kommt diese Tage unter die Leute.

Wolfgang Wagmann
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Für jede Gemeinde gibts nun ein Top-5-Infoblatt.

Für jede Gemeinde gibts nun ein Top-5-Infoblatt.

Wolfgang Wagmann

Optisch kommt jedes der vier Seiten starken Info-Blätter gleich daher, doch auf jeder Titelseite prangt ein anderes Bild. Denn es gibt für jede der fünf Gemeinden eine eigene Ausgabe mit einer typischen Dorf- oder Stadtansicht.

Auch erhält jedes Gemeindeoberhaupt sein eigenes kleines Editorial. Den inhaltlichen Hauptpart der ersten Seite bildet die Zusammenfassung über die Workshops in den einzelnen Gemeinden. Wobei die Begleitzeile «Workshop mit der engagierten Bevölkerung von ...» doch etwas schönfärberisch daherkommt – bewegten sich doch die Teilnehmerzahlen durchwegs zwischen nur 40 Personen (in Solothurn, Luterbach und Derendingen) und 50 in Biberist und Zuchwil.

Immerhin ist in den jeweiligen Ausgaben so ersichtlich, wo der mitwirkende Bevölkerungsteil die künftigen Vor- und Nachteile des Fusionsvorhabens sieht. In den Regionsgemeinden wird dabei vor allem auf das Beibehalten einer gewissen Ortsteil-Identität gepocht.

Fragen tauchen auch zu Institutionen wie der Feuerwehr auf – die künftige Polizeihoheit wird angesichts der schwelenden Diskussion um Stadt- oder kantonale Einheitspolizei vorerst einmal ausgeklammert.

Zeitplan und Absichtserklärungen

Die Innenseiten des Info-Blatts listen auf, was man bereits über «Top 5» zu wissen glaubt: die künftige Grösse der neuen Stadt, das politische System mit drei Stadt- und 30 Gemeinderäten ohne Gemeindeversammlung, Beibehalten des Schulmodells und einer dezentralen Feuerwehr, dann welcher Steuerfuss gelten soll (möglichst jener von Solothurn vor der Fusion) und die Garantie für die Vereine, weiterhin ihre Beiträge zu erhalten.

Die letzte Seite bestreitet Stephan Käppeli, Projektleiter «Solothurn Top 5», mit einem Interview. Dieses wird garniert mit interessanten Zahlen: Wenn alle mitmachen, würde das neue Solothurn ab 2018 rund 43 000 Bewohner auf 3336 Hektaren Stadtareal umfassen.

Solothurn würde 38 Prozent der Bevölkerung ausmachen, Zuchwil 21, Biberist 19, Derendingen 14 und Luterbach 8 Prozent. Der Ausländeranteil läge bei 26 Prozent, der Steuerertrag beliefe sich auf 150 Mio. Franken.