Kanton Solothurn
Für mehr Bodenqualität: Bauern bekamen 2,5 Millionen Fördergelder

Bund, Kanton und Bauernverband haben während sechs Jahren neun bodenschonende Anbaumethoden gefördert. Insgesamt wurden 2,5 Millionen Franken an die beteiligten Landwirte ausgerichtet. Der Bund unterstützt einige der Methoden weiterhin.

Elisabeth Seifert
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Nur die Hälfte des Feldes wird umgepflügt. Dazwischen bleibt das Grasland stehen.

Nur die Hälfte des Feldes wird umgepflügt. Dazwischen bleibt das Grasland stehen.

Gasche-Bodengutachten GmbH

Die Streifensaat ist eine von mehreren Massnahmen, um der gefürchteten Bodenerosion wirkungsvoll zu begegnen. Statt etwa für den Anbau von Mais ein ganzes Feld umzupflügen, wird nur etwa die Hälfte des Bodens bearbeitet und dazwischen bleibt das Grasland stehen.

Ist die nackte Erde auf einer grossen Fläche nämlich ungeschützt der Witterung ausgesetzt, ist die Gefahr der Erosion besonders hoch. Bei Niederschlägen bilden sich auf den Feldern Rinnen, in denen sich das Wasser sammelt und wertvollen Humus davon schwemmt. Nicht nur Wasser setzt dabei dem Boden zu, sondern auch Wind, der nach längeren Trockenphasen den nährstoffreichen Oberboden davonträgt.

Massnahmen zum Erosionsschutz

1. Streifensaat: Höchstens die Hälfte der Bodenoberfläche wird bearbeitet. Das Saatgut wird in die Mulchschicht des bearbeiteten Streifens gelegt.

2. Direktsaat: Das Saatgut wird direkt in den unbearbeiteten mit Pflanzen(-resten) bedeckten Boden gelegt.

3. Mulchsaat: Verzicht auf die wendende Pflugarbeit. Die Saat erfolgt in eine Mulchschicht auf oder nahe der Ackeroberfläche.

4. Grünstreifen am Parzellenrand: Damit wird abgeschwemmte Feinerde zurückgehalten.

5. Grünstreifen in der Ackermitte: Verhinderung von Flächenspülung in gefährdeten Hanglagen.

6. Zwischen-Begrünung und Gründüngungen (etwa mit Phacelia).

7. Die Verwendung eines Grubbers statt eines Pflugs nach der Kartoffelernte. 8. Fruchtfolgen: Absprechen und Anpassung.

9. Onland-Pflug: Der Pflug fährt nur auf dem unbearbeiteten Oberboden.

Um solche Schäden zu verhindern, hat der Kanton Solothurn mit der finanziellen Hilfe des Bundes im Jahr 2010 das Ressourcenprogramm Boden (Bores) lanciert. Dieses Pilotprojekt zur Sicherung der Bodenfruchtbarkeit haben die beiden kantonalen Ämter für Landwirtschaft und für Umwelt gemeinsam mit dem Solothurnischen Bauernverband entwickelt.

Neben der Streifensaat gehören acht weitere Massnahmen dazu, die Bund und Kanton während der sechsjährigen Laufzeit des Projekts (bis Ende 2015) im Rahmen von Direktzahlungen an die Landwirte finanziell unterstützt haben. Der Bund hat sich mit 80 Prozent an den Kosten von total 2,5 Mio. Franken beteiligt.

250 Bauern haben mitgemacht

Am Mittwoch haben Regierungsrätin Esther Gassler, Felix Schibli vom Amt für Landwirtschaft sowie Bauernsekretär Peter Brügger die Ergebnisse an einer Medienkonferenz in Riedholz präsentiert. Die Rückmeldungen aus der Praxis seien «durchweg positiv», betonte Gassler. Der Erfolg sei auch daran zu erkennen, dass der Bund seit 2014 drei der insgesamt neun Massnahmen in sein Förderprogramm zur schonenden Bodenbearbeitung aufgenommen hat.

Nicht nur für die Streifensaat erhalten die Landwirte auch künftig Beiträge, sondern ebenso für die Direktsaat, bei der das Saatgut direkt in den unbearbeiteten mit Pflanzen(-resten) bedeckten Boden gelegt wird. Eine finanzielle Unterstützung gibts zudem weiterhin für die Mulchsaat. Hier erfolgt die Saat in eine Mulchschicht, die aus Ernterückständen oder Pflanzenresten besteht, auf das Umpflügen des Ackers wird dabei vollständig verzichtet.

Bodenschondender Maisanbau: Saat in gemulchte Pflanzenreste der Vorkultur (Mulchsaat)

Bodenschondender Maisanbau: Saat in gemulchte Pflanzenreste der Vorkultur (Mulchsaat)

Gasche-Bodengutachten GmbH

Die Anfänge des Ressourcenprogramms Boden im Kanton Solothurn gehen bis ins Jahr 2003 zurück. Nach verheerenden Erosionsschäden aufgrund starker Niederschläge in Aetigkofen entwickelten die Behörden gemeinsam mit den Betroffenen vor Ort ein vierjähriges Pilotprojekt im Kleinen. Die Erosionsschutzmassnahmen zeigten Wirkung. Dies war der Auftakt zum kantonalen Pilotprojekt. Zu diesem Zweck wurde ein Massnahmengebiet von 4150 Hektaren ausgeschieden mit stark erosionsgefährdeten Flächen. «Besonders gefährdet sind Gebiete mit mässig steilen Hanglagen und Böden mit wenig Struktur und Bedeckung», sagte Felix Schibli, Chef im Amt für Landwirtschaft.

Die stark erosionsgefährdeten Flächen im Kanton Solothurn

Die stark erosionsgefährdeten Flächen im Kanton Solothurn

Amt für Landwirtschaft Kanton Solothurn

Dies sei unter anderem in den Bezirken Bucheggberg, Lebern, Gösgen und Teilen des Dornecks der Fall. 250 Landwirte aus diesen Regionen haben sich schliesslich am Ressourcenprogramm Boden beteiligt. Mit dem Programm wurde damit knapp die Hälfte der stark gefährdeten Flächen erreicht. Tatkräftige Unterstützung hielten die teilnehmenden Landwirte von sechs regionalen Beratern, die der Solothurnische Bauernverband eigens für diese Aufgabe ausgebildet hat. Bauernsekretär Brügger: «Die Berater haben ihre Berufskollegen bei der Umsetzung der Massnahmen praxisnah unterstützt.»