Crevetten-Zucht
Für die «Solothurner» Shrimps gibts Salinen-Salz

Nach den erfolgreichen Versuchen in Luterbach plant die junge Firma «Swiss Shrimp» nun die Crevetten-Zucht auf dem Areal der Schweizer Salinen in Rheinfelden.

Nadine Böni
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Auf dem Areal der Schweizer Salinen ist eine Zucht für Shrimps geplant

Auf dem Areal der Schweizer Salinen ist eine Zucht für Shrimps geplant

zvg

Es klingt exotisch: Ab Ostern 2018 soll die Schweiz mit Shrimps (zu Deutsch: Crevetten) versorgt werden – aus einer Zucht in Rheinfelden. Das ist die Idee des Solothurner Unternehmens, der Swiss Shrimp AG.

Die Planungen für die Zucht im Fricktal sind inzwischen bereits weit fortgeschritten. Zwei Hallen sollen es werden, jede mit acht Becken und geschlossenem Wasserkreislauf. Dort könnten ab Spätherbst 2017 pro Jahr 60 Tonnen Crevetten produziert werden – vorerst, denn: Möglich wären bis zu 150 Tonnen, glauben die Verantwortlichen von Swiss Shrimp.

Abwärme wird genutzt

Momentan gehe es darum, das nötige Kapital zu beschaffen, sagt Geschäftsführer Rafael Waber. «Wir rechnen damit, dass die Finanzierung bis Ende Juni gesichert ist.» Aktuell gehen die Zeichnungsscheine an die neuen Aktionäre heraus. Das Kapital der Swiss Shrimp AG soll so auf knapp sieben Millionen Franken wachsen.

Damit wäre der Innenausbau in den zwei Produktionshallen sowie ein Startkapital gesichert. Für den Bau der beiden Hallen sowie deren Erschliessung kommt die Schweizer Salinen AG auf. Swiss Shrimp wird diese dann mieten.
«Von den Schweizer Salinen spüren wir ein grosses Commitment», sagt Waber.

Nicht zuletzt deshalb hat sich das Unternehmen für den Standort in Rheinfelden entschieden. «Hier stimmen gleich mehrere Voraussetzungen», sagt Waber. So kann Swiss Shrimp für die Heizung der Becken (auf rund 28 Grad) die Abwärme aus dem Salzgewinnungsprozess und für die Meerwasserproduktion das Salz der Saline nutzen. Rheinfelden sei auch verkehrstechnisch gut erschlossen, und auf dem Areal gäbe es genug Platz für eine allfällige Erweiterung der Produktion, erklärt Waber.

Dass das Produkt in der Schweiz Abnehmer findet, davon ist der Geschäftsführer überzeugt. Das Pilotprojekt sei erfolgreich gewesen. Das Fazit der ersten Abnehmer – darunter Spitzenköche – sei mitentscheidend gewesen bei der Frage, ob das Projekt weiterverfolgt wird. «Wir möchten Ware produzieren, zu der es auch eine Nachfrage gibt. Eine Ware, die hochwertig ist. Dass unsere fangfrischen Shrimps gut sind, haben wir bestätigt bekommen.» Zudem könne man in der Schweiz ökologisch und sozial bessere Produktionsbedingungen als etwa in Asien oder Südamerika bieten. Auf Antibiotika etwa könne verzichtet werden.

Bei den geplanten Anlagen handelt es sich um Modulbauten, wie sie in Deutschland bereits bestehen. Ziel von Swiss Shrimp ist es, noch in diesem Jahr mit dem Bau zu beginnen. Mit den involvierten Behörden und Ämtern sei man in Kontakt, sagt Waber. «Ausserdem arbeiten wir mit zwei Tierschutzorganisationen zusammen, die wir auf dem aktuellen Stand halten und die das Projekt immer wieder kritisch hinterfragen.»»

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