2000-Watt-Gesellschaft
Für die Gesellschaft steht Watt-senken an

Klimaschutz und verantwortungsvolles Ressourcenmanagement ist ein aktuelles Thema. Doch wie muss man sich im Alltag verhalten, um einen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu können? Antworten darauf soll der Aktionstag «2000 Watt - Ich auch» geben.

Rebekka Balzarini
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Elsbeth Wirth-Wyss, Marguerite Misteli, Christoph Schauwecker und Anne-Regula Keller mit den «fahrenden Gemüsebeeten»

Elsbeth Wirth-Wyss, Marguerite Misteli, Christoph Schauwecker und Anne-Regula Keller mit den «fahrenden Gemüsebeeten»

Rebekka Balzarini

Von einem durchschnittlichen Pro-Kopf Verbrauch von 6000 Watt müssen wir und auf einen Verbrauch von 2000 Watt absenken, damit wir mit dem Klima im Gleichgewicht stehen und damit Umweltschäden verhindert werden können.

Aber können wir dieses Ziel erreichen, ohne uns zu sehr einschränken zu müssen? Und was bedeute es überhaupt, in einer 2000-Watt-Gesellschaft zu leben? Am Aktionstag «2000 Watt- Ich auch» kann man am Landhausquai, in der Jugendherberge und im Landhaus Energie erfahren und miterleben.

Im Alltag Energie sparen

«Wir müssen anfangen, unser Verhalten im Alltag zu überdenken und zu ändern», erklärt Marguerite Misteli kritisch. «Wir können nicht ewig so weiterfahren, wie wir es bis jetzt getan haben». Die Vereinspräsidentin und OK-Leiterin hat selbst am eigenen Leib erfahren müssen, was es heisst, wenn das Klima plötzlich verrücktspielt. In Kuba erlebte sie einen Hurricane mit und konnte die zerstörerische Kraft der Natur so hautnah erleben, genauso wie das Leid der betroffenen Menschen. «Solche Ereignisse werden sich häufen, wenn wir jetzt nicht noch das Ruder herumreissen», ist sie sich sicher. Ein täglicher Blick in die Zeitung reicht aus, um diese Aussage zu bestätigen.

Das Zauberwort heisst Energieeffizienz. Fossile Primärenergieträger werden im Alltag ineffizient genutzt und der Anteil der Energie, die sinnlos verpufft, ist laut einer ETH-Studie grösser als der Anteil derjenigen, die effektive Wirkung erzielt. Eine weitere Studie der Universität hat ausserdem ergeben, dass Westeuropa mit einem Drittel der heute verbrauchten Energie auskommen könnte. Bereits heute engagieren sich einige Schweizer Städte und Dörfer dafür, den 2000-Watt-Weg umsetzen zu können.

Eine Möglichkeit dafür sind beispielsweise der Bau von nachhaltigen Gebäuden oder emissionsarme öffentliche Verkehrsmittel. Am meisten kann man jedoch dann erreichen, wenn jeder Einzelne sich Mühe gibt. «Saisongerecht und regional einkaufen, Lichter immer löschen, den Fleischkonsum einschränken», zählt Marguerite Misteli nur einige der Möglichkeiten auf, um den eigenen Alltag klimafreundlicher zu gestalten. Zu sehr einschränken müsse man sich nicht. «In den Sechzigerjahren lebten wir in einer 2000-Watt-Gesellschaft - und niemand lebte damals wie in der Steinzeit.»

Restaurants mit 2000-Watt-Menüs

Bereits jetzt kann man in Solothurn einen Vorgeschmack auf den kommenden Aktionstag erhalten. So bieten einige Restaurants der Region in der kommenden Woche 2000-Watt-Menüs an, eine Liste der teilnehmenden Betriebe kann unter www.2000-Watt-region-solothurn.ch eingesehen werden.

Ebenfalls zu sehehen sind in der kommenden Woche bereits mit Kräutern und Gemüse bepflanzte Einkaufswagen, welche in der ganzen Stadt verteilt wurden und so auf die Aktion «2000 Watt - Ich auch» aufmerksam machen. Dass es nicht unmöglich ist, kann man am 18. August mit eigenen Augen sehen.