Weissenstein
Für die drei hellsten Solothurner braucht es eine Baubewilligung

2019 wurden die drei «hellsten» Solothurner auf dem Weissenstein ersetzt. Damals konnten die neuen LED-Strahler noch ohne Bewilligung installiert werden, dies will der Kanton jetzt aber noch nachholen.

Judith Frei
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Die Lichter auf dem Kurhaus sind auch tagsüber erkennbar.

Die Lichter auf dem Kurhaus sind auch tagsüber erkennbar.

bar (8.August 2019

Die drei hellsten Solothurner thronen über der Stadt und können gar in Bern gesehen werden. Die Leuchten sind schon seit 1909 auf den Dächern des Kurhauses befestigt, der Strom liefert die AEK Energie AG gar unentgeltlich, die Hotel Weissenstein AG ist Eigentümerin des Kurhauses Weissenstein. «Im Lauf der Zeit wurden sie Teil der identitätsstiftenden Grundausstattung der Region und damit Kulturgut», steht im Baugesuch für den «Ersatz Leuchtmittel der drei Leuchten beim Kurhaus Weissenstein» geschrieben, welches momentan beim kantonalen Amt für Raumplanung und der Gemeindeverwaltung in Oberdorf aufliegt.

Dieses Baugesuch wurde für die LED-Leuchten eingereicht, welche vor eineinhalb Jahren installiert wurden. Doch alles der Reihe nach: Anfang August 2019 wurden die Leuchten im Rahmen des Umbaus des Kurhotels erneuert. Die umweltbelastenden Quecksilberdampflampen – die seit 2015 verboten sind – wurden mit stromsparenden und energieeffizienten LED-Strahlern ersetzt. Die alten Lichter mussten alle vier bis fünf Jahren ausgetauscht werden, die jetzigen Lichter sind auf 100'000 Betriebsstunden ausgelegt, das heisst, sie müssen alle 25 Jahren ersetzt werden.

Die starke Veränderung braucht eine Bewilligung

Diese neuen Lampen sind aber nicht nur umweltfreundlicher, sondern unterscheiden sich in Farbe und Intensität von den Quecksilberlampen. Diese Veränderung wurde auch am Fusse des Weissensteins bemerkt. Dies hat den Kanton dazu veranlasst, die Bauherrschaft aufzufordern, ein Baugesuch zu den erneuerten Leuchten einzureichen. Zum Zeitpunkt der Baugesuchseinreichung und auch während der Prüfung der Kurhaussanierung seien sich weder die Bauherrschaft noch die Baubehörden klar gewesen, «dass der Charakter der drei Leuchten so stark von den ursprünglichen Leuchten abweichen werden», erklärt Martin Jörg vom Amt für Raumplanung.

Normalerweise seien Lichter im Rahmen von üblichen Aussenraumbeleuchtungen im Bereich von Wohnnutzungen selten problematisch und somit auch nicht explizit baubewilligungspflichtig. «Sobald jedoch Beleuchtung ein übliches Mass übersteigen, ist eine Baubewilligungspflicht gegeben», so Jörg. Es ginge um die Vermeidung unnötiger Lichtemissionen im Aussenraum. «Aus diesem Grund ist die starke Veränderung auch von bestehenden Lichtquellen baubewilligungspflichtig», sagt Jörg.

Aus dem Baugesuch geht hervor, dass die Lichter gedimmt und zeitlich beschränkt werden können, «damit der störende bis schädliche Einfluss von nächtlicher Lichtemission nicht zunimmt.» Ausserdem wurden letzten Dezember Vorsatzgläser montiert, «zwecks Entblendung und Streuung des Punktlichts.» Es würden jetzt noch Testphasen stattfinden, «wobei die Helligkeit, der Winkel sowie die Farbigkeit getestet wird.» Die Strahler können je nach Anlass auch die Farbe wechseln: Blau, Rot, Grün oder alles gemischt.

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