Neulenker
Führerausweis auf Probe wandelt sich nicht automatisch um – ändert sich das bald?

Der Weg zum Führerausweis ist lange und teuer. Eine weitere Tücke im Kanton Solothurn: Neulenker müssen den provisorischen Ausweis selbst erneuern. Sonst droht ein Strafverfahren.

Sven Altermatt
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Die Fahrstunden sind nur ein kleiner Teil des Projekts Führerausweis.

Die Fahrstunden sind nur ein kleiner Teil des Projekts Führerausweis.

KEYSTONE

So lange und so teuer war der Weg zum Führerausweis noch nie: Wer den Nothelferkurs und einen Sehtest absolviert hat, darf sich für die Theorieprüfung anmelden. Ist diese Prüfung bestanden, flattert der Lernführerausweis ins Haus. Danach ist üben auf der Strasse angesagt: Fahrstunden beim Fahrlehrer, lernen mit Mama, Papa oder Freunden. Parallel steht Verkehrskundeunterricht auf dem Programm.

Schliesslich folgt die praktische Fahrprüfung. Erfolgreiche Absolventen bekommen den Führerausweis auf Probe. Die Probezeit dauert drei Jahre. Lässt sich ein Neulenker während dieser Zeit nichts zuschulden kommen und besucht die beiden vorgeschriebenen Weiterbildungskurse, ist er bereit für den unbefristeten Führerausweis. Sonst geht die ganze Prozedur von vorne los.

Hürden bis zum Schluss

Automatisch wird der Führerausweis auf Probe jedoch nicht umgewandelt. Zumindest nicht im Kanton Solothurn: Die Erneuerung kann frühestens einen Monat vor dem Ablauf der dreijährigen Frist bei der Motorfahrzeugkontrolle beantragt werden. Wer den Antrag vergisst und weiterhin mit dem Führerausweis auf Probe unterwegs ist, muss mit einem Strafverfahren wegen «Fahrens ohne gültigen Ausweis» rechnen.

3'000 Franken bezahlt heute ein Lernfahrer im Schnitt, um zum Führerausweis zu gelangen. Wer die praktische Prüfung bestanden hat, muss heute innert dreier Jahre noch zwei Kurse absolvieren. Erst dann kann der definitive Ausweis beantragt werden.

Kantone wie Bern, Zürich oder Aargau haben das Problem erkannt. Die zuständigen Behörden erneuern Führerausweise automatisch. Dank einer Identifikationsnummer kann ihr Informatiksystem nachvollziehen, wer die obligatorischen Weiterbildungskurse absolviert hat.

CVP-Frau will Vereinfachung

So soll es künftig auch im Kanton Solothurn sein, fordert CVP-Kantonsrätin Marie-Theres Widmer in einem parlamentarischen Auftrag. Das heutige Verfahren sei «kompliziert, unnötig und kundenunfreundlich». Deshalb will sie eine rasche Systemänderung. Ihr Vorstoss wird von der ganzen Mittefraktion um CVP, GLP, BDP und EVP im Kantonsrat mitgetragen. Widmer vermutet, dass sich mit der automatischen Umwandlung der Führerausweise auch Zeit und Geld sparen liesse.

Die Motorfahrzeugkontrolle muss nun zuhanden des Parlaments abklären, wie teuer ein Systemwechsel zu stehen käme. Amtschef Kenneth Lützelschwab betont auf Anfrage: «Aktuell ist eine automatische Umwandlung mit unserer Software nicht möglich.»