Nachdem die Solothurner Stimmberechtigten im letzten November den Neuen Finanzausgleich (NFA SO) an der Urne gutgeheissen haben, wird auch die Subventionierung des Musikunterrichts an den Volksschulen auf eine neue Grundlage gestellt werden.

Bereits bisher gewährte der Kanton den Einwohnergemeinden Beiträge an die Löhne im Bereich Musikunterricht. Allerdings bezahlte er die Subventionen pauschal aufgrund der gesamten Anzahl Schulkinder einer Musikschule.

«Fachbelegungen» als Kriterium

Als neues Kriterium für die kantonalen Zuschüsse sollen die Fachbelegungen gelten. Das bedeutet, als Bemessungsgrundlage dient die Anzahl Lektionen, welche durch ein Schulkind besucht werden. Damit werden die effektiven Leistungen der Musikschulen besser honoriert. Allerdings sind hier Einzel-, Gruppen- oder Ensemble-Unterricht unterschiedlich zu gewichten. 

Albrecht Stalder von der Arbeitsgruppe Qualität des SoM präsentierte der Versammlung dazu ein Modell, welches vier Bereiche unterscheidet. Basis für alle ist das Schuljahr mit 38 Lektionen.

  • Im Einzelunterricht – das heisst, ein Kind lernt individuell ein Instrument – ergibt eine Lektion von mindestens 25 Minuten eine Fachbelegungseinheit (FB).
  • Im Gruppenunterricht mit zwei Kindern ergibt eine 25-minütige Lektion ebenfalls eine FB, eine 45-minütige Lektion mit mehr als zwei Schülerinnen und Schülern zählt als zwei Fachbelegungen.
  • In einer mindestens 45-minütigen Probe im Ensemble, Orchester oder A-cappella-Chor von mindestens drei (fortgeschrittenen) Kindern gibt es je Kind eine FB.
  • Im (grösseren) Chor, in dem mindestens sieben Kinder und Jugendliche eine Lektion zu 45 Minuten besuchen, wird pauschal mit 6 FB gerechnet.

Vorschlag an den Kanton

«Mit diesen vier Gefässen versuchen wir, möglichst viele Aktivitäten der Musikschulen abzubilden», fasste Albrecht Stalder zusammen, «allerdings ist klar, dass es nicht alle Bereiche abdecken kann». Das Modell ist auch noch nicht definitiv. Es wird nun innerhalb des SoM diskutiert. Ziel ist es, einen Modus vivendi zu finden und als mehrheitsfähigen Kompromiss dem Kanton vorzulegen.

Regionen stärken

Die übrigen Verbandsgeschäfte wickelte Präsident Stephan Hug zügig ab. Der jährlich zu wählende Vorstand wurde mit Applaus bestätigt. Er besteht damit unverändert aus Stephan Hug (Präsident), Andreas Riss, Sandra Rupp Fischer und Irène Schori. Der fünfte Sitz bleibt vorderhand vakant.

Der wiedergewählte Vorstand des kantonalen Verbands der Solothurner Musikschulen (von links): Silvia Guldimann (Geschäftsführerin), Irène Schori, Stephan Hug (Präsident), Sandra Rupp Fischer und Andreas Riss.

Der wiedergewählte Vorstand des kantonalen Verbands der Solothurner Musikschulen (von links): Silvia Guldimann (Geschäftsführerin), Irène Schori, Stephan Hug (Präsident), Sandra Rupp Fischer und Andreas Riss.

Aus den Reihen der Mitglieder war letztes Jahr die Bildung von Regionalgruppen angeregt werden. Inzwischen haben sich fünf Regionen konstituiert und die Arbeit aufgenommen, hielt Präsident Hug in seinem Jahresbericht fest. Es komme nun darauf an, die Regionalgruppen zu etablieren. Um ihnen einen höheren Stellenwert zu geben, so Hug, werde man neue Strukturen samt Änderungen der Statuten schaffen müssen. Deshalb werde auch der freie Sitz im Vorstand noch offen gelassen.

Geschäftsführerin Silvia Guldimann berichtete, dass für den Kinder- und Jugendchor-Wettbewerb 2015 bereits neun Anmeldungen eingetroffen sind.