Es ist Dezember, doch die Temperaturen deuten eher auf Frühling. Von Schnee ist weit und breit keine Spur. Man könnte fast meinen, der Winter mache dieses Jahr «Winterpause». Doch was hat diese Wetterlage für Auswirkung bei den Werkhöfen, die jetzt für Eis und Schnee vorbereitet wären?

«Ab November bis und mit März befinden wir uns in einer Pikettorganisation mit einem Verantwortlichen Einsatzleiter», sagt René Wernli Leiter des Werkhof Olten. «Dieser Dienst beinhaltet auch die Beurteilung der Wetterlage. Daraus werden Massnahmen abgeleitet, sei es die Pikettstellung der Einsatzgruppe oder in ganz unsicheren Lagen den Einsatz von Personal über Nacht zur Beobachtung und als erstes Einsatzelement.»

Auch die Fahrzeuge würden entsprechend der Beurteilung bereitgestellt werden, damit ein sofortiger Einsatz möglich ist. «Somit sind wir sofort einsatzbereit», erklärt Wernli.

Für einen durchschnittlichen Winter seien 250 Tonnen Salz geplant. Die Salzvorräte seien wie jedes Jahr schon im Frühling aufgefüllt worden. Und wie sieht es mit den Schneepflügen und Maschinen aus?

So viel Salz benötigt der Werkhof der Stadt Solothurn alleine zum Streuen von Hand.

So viel Salz benötigt der Werkhof der Stadt Solothurn alleine zum Streuen von Hand.

«Die Winterdienst Geräte wie Pflüge und Salzstreuer werden jedes Jahr Ende Oktober auf das jeweilige Fahrzeug montiert und einem Funktionstest unterzogen. Somit können nötige Eingriffe und Reparaturen vor dem Pikettbeginn im November durch die eigene Werkstatt erledigt werden.»

«Winterdienst ist zusätzliche Arbeit und nicht Haupttätigkeit»

Die Folgen des «fehlenden» Winters seien für den Werkhof nicht tragisch, im Gegenteil. «Es werden keine Mehrstunden geleistet und wir können unsere Grundleistungen ohne Einschränkungen durch Schneeräumen wahrnehmen», erklärt Wernli.

Die Mitarbeiter gehen ihrer gewohnten Tätigkeit in der Entsorgung und Reinigung nach. Im Winter werde ein Teil der rund 3000 Bäume auf städtischem Boden geschnitten, die Bachunterhalte und die Ufer- und Waldrandpflege stehen auf dem Programm.

«Der Winterdienst ist eine zusätzliche Arbeit und nicht wie viele annehmen, die Haupttätigkeit in den Wintermonaten.»

In Solothurn sieht es nicht anders aus. «Wenn es den Winterdienst nicht braucht, gehen wir unserer gewohnten Arbeit nach», erklärt Werkhofchef Patrick Schärer. Für den Winter erarbeite man im Vorfeld eine Liste mit Aufträgen, die man neben dem Winterdienst zu erledigen habe.

«Für uns ist es im Prinzip nicht schlimm, wenn der Winter pausiert. Wir haben weniger Ausgaben, da wir nicht so viel Salz kaufen müssen und auch die vier externen Arbeiter nicht zahlen müssen», so Schärer.

Im Werkhof Solothurn werden wie in Olten die Maschinen schon Ende Oktober/Mitte November geprüft und vorbereitet. «Ab diesem Zeitpunkt beginnt auch unser Winter-Pikett-Dienst.

Wir bekommen vom Berner Meteotest per E-Mail eine Wetterbeurteilung und schätzen so die Lage ein», erklärt Schärer. Dieses Jahr hätte man die Salz-Lager gar nicht auffüllen müssen. Diese seien noch vom letzten Jahr zu Dreivierteln gefüllt gewesen. «Das Salz kaufen wir im Sommer, dann ist es günstiger.»

Private warten auf Schnee

Im Werkhof Solothurn selbst, ist nur das Salz gelagert, welches man zum Handstreuen benötigt. Das Salz, das mit den Maschinen verstreut wird, holt man beim Kanton. Auch die «Neuenschwander AG Mulden-Service + Entsorgung» in Lohn-Ammannsegg bezieht ihr Salz vom Kanton.

Mit 9 Fahrzeugen und 4 Salzmaschinen erledigt die Firma Winterdienst für Kanton, Gemeinden oder private Auftraggeber aus Gewerbe und Industrie «Der Kanton sorgt dafür, dass das Lager immer voll ist», informiert Corinne Leist Sekretariat Neuenschwander AG.

In den Monaten November und Dezember sei es für den Betrieb nicht so tragisch, wenn es keinen Schneefall gibt, da man noch genügend Arbeit im Mulden-Service + Entsorgung, dem Hauptgeschäft habe.

«Im Januar und Februar wären wir aber schon froh, wenn die weisse Pracht kommen würde. Falls diese ausbleibt, beschäftigen wir unsere Leute im Unterhalt», erklärt Leist.