«Wir wollen hier in den neuen Lokalitäten auch einen Begegnungsort schaffen», erklärt Stephanie Affolter, Geschäftsleiterin der Krebsliga Solothurn, die Idee hinter der Neueröffnung ihres Solothurner Standortes. Die neuen Räumlichkeiten an der Wengistrasse 16 hat der über 60-jährige Verein letzten Herbst bezogen. Heute, am 3. Mai, findet die offizielle Hauseinweihung statt unter dem Hausmotto «Treten Sie ein». «Der Begegnungsort ist hauptsächlich für Krebsbetroffene da, das ist unsere Hauptzielgruppe. Aber auch für Angehörige und für die ganze Bevölkerung.»

Zuvor waren die Solothurner Büros beim Hauptbahnhof untergebracht, dort, wo draussen der Verkehr hektisch brummt und die Leute gestresst über die grosse Kreuzung eilen. Es waren Mieträumlichkeiten.

Nun hat die Krebsliga Solothurn in einem Eckhaus zwischen dem Westbahnhof-Areal und dem Amtshausplatz Geschäftsräume gekauft. Hier ist auch der Hauptsitz nebst den weiteren Standorten Grenchen, Olten und Breitenbach. Die Umgebung ist wesentlich ruhiger, gemütlicher, fast ein wenig verschlafen. Es sind zwei Etagen – Parterre und erster Stock – sowie ein Kellergeschoss.

Für Liga eine «neue Ära»

Der Verein spricht von einer «neuen Ära» die damit angebrochen sei. Denn im neuen Gemäuer sei nun viel mehr möglich. «Es war stets ein starker Wunsch vieler Krebsbetroffener, so einen Ort der Begegnung zu haben», fährt Affolter fort. Gerade mit dem grösseren Raum im ersten Stock können mehr Kurse, Vorträge und Events angeboten werden. Es muss weniger externer Veranstaltungsraum gemietet werden. Vieles werde einfacher. «Hier können wir auch die Atmosphäre unseren Wünschen entsprechend gestalten. Denn in einer Mietwohnung kann man Umbauten schlecht in Angriff nehmen, weil man den Rückbau miteinkalkulieren muss.»

Es geht aber nicht bloss um mehr Kursraum oder administrative Vereinfachung. Sondern darum, «eine niederschwellige Anlaufstelle zu haben, wo man sich treffen kann», so Affolter. «Wir sind daran, gewisse Zusatzangebote zu schaffen, aber wir sind noch nicht mit allem so weit, wir mussten uns zuerst einfinden.» Etwa kreative Aktivitäten, Vorträgen und künstlerische Events.

Ein häufig vorgebrachter, auch jetzt noch unverwirklichter Wunsch der Klientschaft sei ein Begegnungskaffee, das regelmässig stattfinde und von Fachleuten begleitet werde. «Früher gab es eher Selbsthilfegruppen, diese Form ist nicht mehr angesagt. Die Betroffenen treffen sich gerne unverbindlich und zeitlich begrenzt. Diese Tendenz spüren wir stark und gehen darauf ein.» Die jetzige Lösung trage zur Beständigkeit und Sicherheit bei, man sei weniger abhängig. Auch sei es günstiger. «Den Keller mitgezählt, wo mein Büro, das Archiv und eine Galerie sind, haben wir fast doppelt so viel Platz», sagt Affolter und berichtet von der Vernissage einer Bilderausstellung am Einweihungstag.

Beratung bleibt wichtig

Die Zusatzangebote gehen aber nicht auf Kosten der Beratung. «Die Beratung der Betroffenen und Angehörigen wird bleiben. Man geht ja sogar davon aus, dass die Zahl der Krebsbetroffenen ansteigen wird.» Auch werde man weiterhin externe Events durchführen und direkt zu den Leuten gehen, etwa für Prävention.

Die Krebsliga des Kantons betreute 2018 340 Klientensituationen, das heisst, sie stand 452 Krebsbetroffenen und Angehörigen mit Beratungen helfend zur Seite – fast zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Doch die Anzahl der Beratungsgespräche hat mit 1856 etwas zugenommen. Es wurden 2549 Beratungsstunden geleistet. Die Krebsliga beschäftigt im Kanton 11 Personen mit insgesamt 3,65 Stellenprozenten. 

Freitag, 3.Mai ab 14 Uhr Tag der offenen Tür, Wengistrasse 16, Solothurn.